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Hilden
Denkmaltag zeigt "Macht und Pracht"

Hilden. Am Sonntag, 10. September, gibt es in Hilden für Architektur-Begeisterte viel zu entdecken. Von Christoph Schmidt

Architektur und Kunst waren immer auch Ausdruck von politischem, religiösem und sozialem Geltungsanspruch, Demonstration vom Macht, Einfluss und Wohlstand. Das ist das Thema des Denkmaltages am 10. September. Und Hilden hat zu "Macht und Pracht" viel Interessantes zu bieten.

Etwa das Alte Rathaus Bürgerhaus Mittelstraße 40). Erbaut 1899-1900, ist es der steingewordene Bürgerstolz auf die Erhebung zur Stadt. Stadtführerin Nicole Anfang zeigt um 10.30 Uhr, wie sich das im historischen Ratssaal widerspiegelt, wo früher auch der Bürgermeister residierte. Im Erdgeschoss bieten die Briefmarkenfreunde Hilden wieder einen Sonderstempel an. Er zeigt den Gedenkstein von Wilhelm Ferdinand Lieven (1839-1902). Er erbte als 27-Jähriger Haus Horst. Das machte ihn reich - und einflussreich. Mit seinem Vermögen tat Lieven als Stadtverordneter und Erster Beigeordneter viel Gutes und schenkte Hilden den Stadtwald, sagt Vorsitzender Lothar Müllenberg.

Der Turm der Reformationskirche wird voraussichtlich noch bis Ende des Jahres saniert. FOTO: Christoph Schmidt

Die Reformationskirche ist das Wahrzeichen der Stadt - "das eindrucksvollste Gebäude Hildens", sagt Denkmalpflegerin Karin Herzfeld. 1210 wurde die Emporenkirche im romanischen Stil erbaut und zeugt vom Einfluss der Kirche in Hilden. Aktuell ist das Gotteshaus außen (Turm) und innen eine Baustelle. Das Kircheninnere kann ab 14 Uhr besichtigt werden (nicht der Turm). Pfarrer Ole Hergarten erläutert die Bauarbeiten. Die Wiedereröffnung ist für den 22. Oktober geplant. Parallel dazu feiert die Gemeinde auf dem alten Markt von 11 bis 18 Uhr. Das Fest beginnt mit einem Gottesdienst im Freien.

An der Walder Straße 1 bis 50 gibt es einen Straßenzug mit villenartiger Bebauung im Stil des Historismus und des Jugendstil, erbaut um 1900. Karin Herzfeld, Denkmalbeauftragte der Stadt, weiß viel über die gründerzeitlichen Fassaden und die Geschichte der Häuser. Führung: 12 Uhr ab Walder Straße 1.

Christof Gemeiner (l.) erläutert die Sanierung der ehemaligen Walzengravieranstalt Waldeck & Nacke an der Walder Straße 24/24a. FOTO: Olaf Staschik

An der Walder Straße 24/24a hatte ehemals die Walzengravieranstalt Waldeck & Nacke ihren Sitz. Die Fabrikhalle wurde um 1850 erbaut, die Villa an der Straße um 1900. Architekt Christof Gemeiner hat die Villa gekauft und behutsam saniert. Die alte Fabrik baut er im Auftrag des Awo Bezirksverbandes Niederrhein zu einem Zentrum für Beratung, Freizeit und Arbeit um. Um 15.30 Uhr führt Gemeiner durch das Ensemble und lädt anschließend zu einer Weinprobe ein. Gottschalksmühle (Mühle 64) wurde bereits 1380 erwähnt. Gemeiner hat das eindrucksvolle Gebäude saniert. Führung: 15 bis 17 Uhr.

Reinhold Brüning stellt die Grabmale wichtiger Hildener auf dem Hauptfriedhof vor. Treffpunkt: 14.30 Uhr, Eingang Kirchhofstraße. Anmeldung unter Tel. 02103 500530, Teilnahme frei. Kornbrennerei/Fabry-Museum: Eintritt frei.

Für die Sanierung der Gottschalksmühle (Kosten; rund 2,5 Millionen Euro) ist Architekt Christof Gemeiner mit einem Preis ausgezeichnet worden. FOTO: Gemeiner
Quelle: RP
 
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