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Hilden
Die Prinzessin versucht sich als Tanzfloh

Hilden. Empfang des Kinderprinzenpaares in der Waldkaserne: Alle hatten Zeit für einen Plausch Von Dirk Neubauer

Den linken Arm senkrecht nach oben gestreckt, den rechten im rechten Winkel zur Seite - richtig? Prinzessin Hildania Lenia (Hümbs) vergewissert sich rasch noch mal. Dann geht's auch schon los. Und zusammen mit den Hofdamen Carolina (Diekmann) und Sabrina (Erkelenz) zeigt die Zehnjährige, dass sie genau hier, bei den Tanzflöhen des Carnevals Comitees Hilden (CCH), ihre Wurzeln hat. Trotz langem und schwerem Prinzessinnengewand verwandeln sich ihre Tollität samt den Hofdamen in Tanzflöhe. Schon während der beiden vorangegangenen Tänze im Casino der Waldkaserne wippten die drei Mädchen im Takt mit. Mit dem Empfang des Hildener Kinderprinzenpaares starteten die Karnevalisten am Samstag die entscheidende Woche der Session. Die Präsidien der Karnevalsvereine, Kommunalpolitiker und Polizisten - sie alle waren der Einladung der Jüngsten gefolgt. Der Betreuer des Hildener Kinderprinzenpaares, Johannes Caspary, bekam für seinen Einsatz den Brauchtumsorden des CCH.

Und während sich mancher Erwachsener in den zwei Stunden voller Reden einen Stuhl heranzog oder in die Nähe eines offenen Fensters drängte, war seine Tollität Hildanus Marcel (Wagner) hinterher ganz begeistert: "Das ist einer der schönsten Termine für das Kinderprinzenpaar. Denn alle sind da und haben mal Zeit füreinander." Er hat bereits zwei Sessionen als Adjutant des Kinderprinzen hinter sich. Wenige Minuten zuvor hatte Marcel für Gelächter gesorgt, weil er die Präsidentin des Rheinisch-Bergisch-Märkischen Karnevalsgesellschaften ertappte. Die hatte ihren Orden mit dem spitzen Hinweis verliehen, dass er immer zu tragen sei. Worauf Marcel fragte: "Das gilt auch für die Orden des Hildener Prinzenpaares. Wo sind die denn?" Die Funktionärin musste passen.

27 Termine hatten Hildanus Marcel und Hildania Lenia bis Samstag absolviert. Bis Aschermittwoch werden mehr als doppelt so viele hinzukommen, schätzt Marcel. Dass bei all der Geschäftigkeit und guten Laune dieser Karneval unter besonderen Vorzeichen steht, sprach der Hildener Wachleiter, Polizeihauptkommissar Frank Bauernfeind an. Mit deutlich mehr Beamten als früher werde man alles geben, damit die Hildener fröhlich feiern können.

Dass das Weltgeschehen immer schon auf das Winterbrauchtum ausstrahlte, konnte Klaus Rubröder berichten. Der stand als stattlicher Mann in der Reihe ehemaliger Kinderprinzen: "Ich war 1991 und 1992 als Markus III. zusammen mit Mirjana als Kinderprinz unterwegs. Zwei Jahre hintereinander, weil damals der Rosenmontag wegen des Irakkriegs ausfiel." Da alle Hildener Karnevalsgesellschaften Geschenke mitgebracht hatten, wurden am Ende mehrere Gaben-Körbe zur Prinzen-Kalesche getragen. Beinahe so, als wäre Weihnachten.

Quelle: RP
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