| 17.06 Uhr

Hilden
Elbsee wird jetzt kontrolliert

Düsseldorf. Der Düsseldorfer Ordnungs- und Service-Dienst hat am Wochenende 39 Anzeigen im Naturschutz- und zwölf Anzeigen im Landschaftsschutzgebiet geschrieben. Neuer Zaun wurde bereits beschädigt. Von Christoph Schmidt

Bei schönem Wetter tummeln sich am Wochenende Heerscharen an dem ehemaligen Baggersee, grillen, baden, feiern Party und parken die Anwohner des Wohnweilers Elb zu.

Das illegale Treiben – der Elbsee ist Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet – blieb bislang für die Verursacher ohne Folgen. Denn der See gehört zu Düsseldorf, der Wohnweiler Elb zu Hilden. Der Düsseldorfer Ordnungs- und Servicedienst (OSD) und die Polizei aus der Landeshauptstadt ließen sich nach Beobachtungen von Anwohnern am Elbsee kaum blicken.

Jede Menge Anzeigen

Das hat sich offenbar geändert. Am vergangenen Samstag und Sonntag patrouillierte der OSD zu verschiedenen Zeiten um den Elbsee – und es hagelte Anzeigen, bestätigte Volker Paulat, Pressesprecher der Stadt Düsseldorf, auf Nachfrage unserer Zeitung. Im Naturschutzgebiet (westlicher Teil) 33 Mal wegen illegalen Betretens, ein Mal wegen verbotenen Grillens, drei Mal wegen nicht angeleinter Hunde und zwei Mal wegen illegalen Badens; im Landschaftsschutzgebiet (östlicher Teil) neun Mal wegen illegalen Badens, ein Mal wegen Boot fahren und zwei Mal wegen Grillens.

Der OSD wird die Anzeigen an die zuständige Untere Landschaftsbehörde weiterleiten und die wird Bußgelder verhängen, versicherte Paulat: "Nicht unter 50 Euro. Möglich sind bis zu mehr als 1000 Euro."

Hintergrund: Nach massiven Bürgerprotesten aus Hilden und einem Dringlichkeitsantrag der SPD-Fraktion in der Düsseldorfer Bezirksvertretung 8 (Eller) vereinbarten die Ordnungsämter und die Polizei beider Kommunen eine städteübergreifende Zusammenarbeit. Die illegalen Besucher des Elbsees lassen sich aber nicht so einfach fernhalten.

Das zeigt ein anderer Vorfall. Um den Elbsee zu schützen, ließ die Stadt Düsseldorf unter anderem einen nagelneuen 350 Meter langen, massiven Zaun bauen. Im Wendehammer Elb/Breidenbruch wurde ein verriegeltes Tor mit Werkzeug und massiver Gewalt aufgebrochen, um Zugang zum See zu erhalten, teilte Detlef Mehlmann, Vorsitzender des Vereins Wohnweiler Elb, dem Ordnungsamt Düsseldorf mit.

Das Tor wird repariert, der Auftrag sei bereits erteilt, sagte dazu Paulat. Die Stadt Düsseldorf habe bereits drei Mal Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt erstattet.

Nutzungskonzept in Arbeit

Mehlmann sorgt sich um die zunehmende Vermüllung der Elbsee-Ufer. Mülleimer lehne die Stadt Düsseldorf ab, um die illegalen Eindringlinge nicht noch zu motivieren, meinte der Stadtsprecher. Die Elb-Anwohner fordern ein vernünftiges Nutzungskonzept für den Elbsee. Das sei in Arbeit, versicherte Paulat. Zurzeit werde vom Gartenamt der Stadt Düsseldorf eine Studie erstellt, ob sich Sport, Naturschutz und Naherholung für den Elbsee verträglich miteinander vereinbaren lassen.

Diese Studie soll in der Verwaltung im Herbst intern abgestimmt und dann an die zuständigen politischen Gremien weitergeleitet werden. Michael Siebert, Leiter des Hildener Ordnungsamtes, kündigte demnächst eine gemeinsame Kontrolle am Wochenende mit dem Düsseldorfer Ordnungs- und Service-Dienst an. www.rp-online.de/hilden

Quelle: RP
 
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