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Heimat in Hilden
Heimat ist Familie und Mohnkuchen

Heimat in Hilden: Heimat ist Familie und Mohnkuchen
Familie Zimmerer schätzt Hilden als Ort zum Leben und Arbeiten. Stephan Zimmerer stammt aus Hilden, seine Frau Paulina wurde in Polen geboren. Tochter Paula wächst zweisprachig auf. FOTO: Staschik
Hilden. Stephan (33), Paulina (31) und Paula (5) Zimmerer haben drei Jahre gesucht und jetzt ein Haus gefunden. Von Christoph Schmidt

Stephan Zimmerer ist in Hilden geboren und aufgewachsen. "Ich wollte nie wirklich weg": Dazu steht der 33-Jährige: "In Hilden ging es mir immer gut." Die Eltern und die Geschwister leben hier. Hilden sei eine sehr grüne, sehr schöne, sehr lebenswerte Stadt: "Hier findet man alles, was man braucht. Man muss nicht in die Großstadt fahren, hat einige Großstädte aber quasi vor der Haustür." Stephan Zimmerer hat Energieanlagenelektroniker bei den Stadtwerken Hilden gelernt. "Unsere Werkstatt lag am Zaun zur Feuerwache. Da habe ich häufig rübergeschaut und gedacht, ob das nicht auch etwas für mich wäre." Seit sechs Jahren ist er Mitglieder der Berufsfeuerwehr Hilden: "Ich bin sehr glücklich, dass ich das gemacht habe. Jeder Tag ist anders. Und meine Kollegen sehe ich häufiger als meine Geschwister. Die Feuerwehr ist meine zweite Familie." Seine Frau Paulina verließ mit 20 ihre polnische Heimatstadt Miastko und ging als Au-pair-Mädchen nach Neuss: "Mein Vater hat geweint, als ich nach Deutschland ging." Die erste Zeit sei nicht einfach gewesen. Das meiste Deutsch habe sie durch Fernsehen und strammes Pauken ("Jeden Tag 50 neue Wörter") gelernt. An der Uni Düsseldorf studierte sie Sozialwissenschaften. Und wäre dann wahrscheinlich doch wieder nach Polen zurückgekehrt, wenn sie nicht diese nette Familie aus Hilden getroffen hätte: "Sie waren so offen und warmherzig." Dann lernte sie Stephan kennen und lieben - auf einer Geburtstagsparty in Essen: "Meine Schwiegereltern sind superlieb. Und die beiden Schwestern und die zwei Brüder von Stephan haben mich sofort sehr herzlich aufgenommen." Hilden ist für Paulina Zimmerer zur Heimat geworden. Mit ihrer Tochter spricht sie auch Polnisch, damit Paula sich mit ihrer polnischen Familie verständigen kann. Dass dieser Teil der Familie so weit weg ist, schmerzt sie schon. Dann tröstet sich die 31-Jährige mit polnischem Mohnkuchen: "Den backe ich inzwischen selbst, weil ich ihn über alles liebe." Heimat kann man auch schmecken.

Nach drei Jahren des Suchens hat die junge Familie jetzt ein bezahlbares Reihenhaus gefunden - "im Nahen (Hildener) Osten", scherzt der junge Feuerwehrmann: "Der Eigentümer kannte meinen Cousin, vielleicht hat uns das geholfen." Das 53 Jahre alte Haus sei sehr gepflegt: "Wir brauchen nicht viel zu machen." Stephan freut sich am meisten auf den eigenen Garten, Paula auf ein großes Kinderzimmer. Paulina schließt bald ihr zweites Studium (Sozialpädagogik) an der Uni ab und arbeitet im Jugendtreff Weidenweg. "Hilden eine ideale Stadt für junge Familien", schwärmt sie: "Überschaubar, sicher, man kann vieles zu Fuß erledigen. Polen ist aber auch Heimat. Wenn ich in Miastko bin und wir fahren zurück nach Hilden sage ich: Wir fahren nach Hause."

Quelle: RP
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