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Hilden
Jugendtreff ist auch in den Ferien geöffnet

Hilden: Jugendtreff ist auch in den Ferien geöffnet
Ann-Kathrin und Lisa haben Möhren geschält und in den Kochtopf gefüllt. Die Kinder kommen gerne zum Jugendtreff am Schulzentrum Holterhöfchen, "dann ist es zu Hause nicht so langweilig". FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Die "Offene Tür" am Schulzentrum Holterhöfchen bietet den Sekundarschülern ein eigenes Herbstferien-Programm. Von Ilka Platzek

30 Schüler können es nicht lassen: Sie besuchen ihre Schule sogar in den Herbstferien. Lisa (10) und Ann-Kathrin (11) macht das Kochen Spaß: "Dann ist es zu Hause nicht so langweilig", findet Lisa. Auch Janka (12) schält mit Begeisterung Kartoffeln und Möhren: "Mein Vater wollte früher Caterer werden und hat zu Hause oft gekocht." Janka hat ihm dabei assistiert. Die Eltern der befragten Mädchen arbeiten tagsüber. Für jeweils 40 Euro haben sie die Sicherheit, dass ihre Töchter montags bis freitags von 9 bis 14 Uhr in der Schule gut betreut und sogar verköstigt werden.

Gerade den berufstätigen Eltern der jüngeren Kinder dürfte das Herbstferien-Angebot der "Offenen Tür" deshalb gelegen kommen. Es ist eine Art Testballon des neuen städtischen Jugendtreffs "Offene Tür": Das Ferienprogramm richtet sich diesmal nur an die drei Jahrgänge der Sekundarschule am Holterhöfchen. "Wie weit wir das Angebot ausbauen werden, steht noch nicht fest", erklärt Peter Keller, einer der Schulsozialarbeiter. Die teilnehmenden Kinder hatten die Wahl zwischen Kochen, Sport treiben oder Bogen bauen.

Die Geschlechterverteilung ist typisch. Bogen bauen wollen nur die Jungen; kochen überwiegend Mädchen. Nur beim Sport geht es gemischtgeschlechtlich zu. Einträchtig spielen die Kinder am Dienstag allerlei Ballsportarten miteinander. Heute steht Schwimmen auf dem Programm, am Donnerstag Klettern am Unterbacher See. Sozialarbeiter Michael Willms findet die Ferienfreizeit "ganz entspannt. Wir wollen den Kindern insbesondere Randsportarten vorstellen, darunter viele Ballspiele", sagt er.

Die Bogenbauer sind damit beschäftigt, das Holz ihres Langbogens von der Rinde zu befreien oder bereits zu "tillern". Hier ist Peter Keller in seinem Element: "Eibenholz ist besonders gut geeignet, weil es hart und flexibel ist. Wir verarbeiten das Holz einer Eibe, die hier auf dem Holterhöfchen gefällt werden musste und das uns die Stadt überlassen hat", schwärmt er. Das Tillern sei die Verteilung der Wurfkraft auf den Bogen. Span für Span wird sie ausgeglichen, denn nur ein Bogen, dessen Wurfkraft ausgeglichen sei, könne gute Dienste leisten.

Die Mädchen in der Küche sind sich ihrer Wichtigkeit bewusst: "Wir kochen ja für alle", sagen sie stolz und bereiten eine Kartoffel-Bohnensuppe sowie Fruchtjoghurt zu. Die Zutaten haben sie selbst zusammen mit Betreuerin Natascha Zak eingekauft. "Im Bioladen in der Stadt", betont die Betreuerin.

Auch die Sozialarbeit kommt nicht zu kurz. "Die Themen ergeben sich", erklärt Peter Keller. Die Kinder kommen von sich aus, wenn sie etwas bedrückt. Die "Offene Tür" am Holterhöfchen richtet sich an Menschen bis 27 Jahre (siehe Box), zumindest ist das der Plan. Da der neue Treffpunkt noch inmitten einer Baustelle liegt und nur über den Schulflur anstatt über die eigene Außentür erreichbar ist, bleiben die Älteren derzeit noch weg. Der Schulsozialarbeiter glaubt, dass die "Offene Tür" die richtige Reaktion auf den Ganztagsbetrieb ist: "Für Ganztagsschüler ist die Schule quasi der Lebensmittelpunkt. Hier verbringen sie die meiste Zeit. Und hier geht vieles, aber nichts muss."

Quelle: RP
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