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Hilden
Krankenhaus setzt auf mehr Pumpspender

Hilden. Alle Patienten werden vor ihrer Einlieferung auf Keime getestet. Desinfektion ist das Schlüsselwort. Von Gökçen Stenzel

Das Hildener Krankenhaus bittet jeden Patienten, der stationär aufgenommen werden soll, zuvor zu einem Screening. Per Rachenabstrich wird getestet, ob der Patient Träger eines Keimes ist. Sollte er gar Träger eines multiresistenten Keims sein, wird seine Aufnahme verschoben, er kommt in ambulante Behandlung, bis der Keim abgetötet ist. Das ist bei sechs von hundert Patienten der Fall. Akute Fälle, die aufgenommen werden müssen, werden isoliert und behandelt, bis die Keime eliminiert sind. "So gehen wir seit knapp zwei Jahren vor", sagt der Hygienebeauftragte des Krankenhauses, Dr. Peter Heck. Neu ist, dass nun die landesweite Kampagne namens "Keine Keime" zu den ohnehin praktizierten Hygienemaßnahmen hinzukommt. "Wir haben für 14 Tage eine kleine Ausstellung zum Thema im Haus", sagt Krankenhaus-Direktorin Monika Felkl. In der Eingangshalle sind die Infotafeln aufgebaut, zudem gibt es eine kleine Säule, an der jeder erkunden kann, ob er seine Hände auch richtig desinfiziert hat. Denn neun von zehn resistenten Keimen übertragen sich durch die Hände, und nur wenige wissen, wie man sie wirksam desinfiziert.

"Für Ärzte und Pflegepersonal haben wir immer einen aktuellen Hygieneplan, der für jeden einsehbar ist", erklärt Manuel Nischik, seit Anfang dieses Jahres Hygienefachkraft im Haus. "Für Patienten und Angehörige gilt der aber nicht." Daher nutzt die K-Plus-Gruppe als Träger der Klinik die Kampagne gerade zur Aufklärung von Patienten und Besuchern und hat - zusätzlich zu den Pumpspendern auf den Stationen - in allen Fluren den Aufzügen gegenüber weitere Spender mit Desinfektionslösung angebracht. Übrigens: Die Spender im Haaner Krankenhaus, die dort wegen angeblicher Brandgefahr entfernt wurden, hängen auch wieder. "Unser Verbrauch an Desinfektionsmitteln nur für die Hände steigt stetig", sagt Heck. Derzeit liegt allein das Hildener Krankenhaus bei 1500 Litern pro Jahr - das wirksamste Werkzeug gegen die Keime, die im schlimmsten Fall tödlich sein können. Das Problem: "Draußen" sind Keime weitgehend unschädlich, ihre Träger sind selten krank. "Drinnen" treffen die Keime auf immungeschwächte Menschen, die eher auf eine Übertragung reagieren und erkranken. Das ursprüngliche Übel, das zu der Verbreitung der Multiresistenzen führt, ist der Umgang mit Antibiotika. 70 Prozent der Verschreibungen seien falsch, weil unnötig oder wirkungslos, sagt Oberarzt Heck.

Quelle: RP
 
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