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Segeln
Nachwuchs fährt aufs Segeln ab

Ihre Boote heißen Petit Hippo, Elbfisch und Sharky, ihr Revier ist der Elbsee. Die Mitglieder der Kinder- und Jugendgruppe der Seglergemeinschaft Hilden trotzt alle zwei Wochen Wind und Wetter. Von Patrick Jansen

Trotz geringer Windstärke und anhaltenden Regens dreht Patrick Huhn weiter tapfer seine Runden auf dem Elbsee. Um mit dem kleinen Segelboot auch in die Gegenrichtung zu fahren, dreht der 14-Jährige das Segel auf die andere Seite. Damit er von der Stange des "Laser" nicht getroffen wird, duckt er sich kurz weg und setzt sich anschließend auf die Kante des Bootes, damit er nicht kentert.

Am Ufer bereiten Malte Hering (11) und Gregor Zorn (8) ihr Boot vor, den so genannten "Optimisten". Das geht bei diesen gut zweieinhalb Meter langen Anfängerbooten ganz leicht: Mast einstecken, Baum einhängen, die Spreizstange des viereckigen Segels befestigen – fertig. Die beiden Jungen machen sich zu zweit auf den Weg. Malte bedient das Segel, und Gregor liegt unterhalb der Segelstange.

"Wir legen Wert darauf, dass unsere Segelschüler aus Sicherheitsgründen zu zweit fahren", erklärt Jugendleiter Veit Hering. Das Schlimmste, was passieren kann, ist ins Wasser zu fallen. Die Kinder und Jugendlichen müssen gut schwimmen können, sonst dürfen sie nicht segeln. Zur Sicherheit sind auch Veit Hering und Betreuer Martin Wilken meistens auf dem Wasser. Diesmal lässt der etwas ältere Patrick Huhn, der schon einen Seglerschein besitzt, die beiden nicht aus den Augen und umkreist die beiden jüngeren Vereinskameraden fortlaufend und gibt Tipps.

Damit die Jungen und Mädchen nicht unvorbereitet auf den Elbsee fahren, gibt es vorher eine Theoriestunde im Klubhaus der Seglergemeinschaft. Wie stelle ich das Segel, wie erkenne ich die Windrichtung und welche Wasserverkehrsregeln muss ich beachten? Dazu gehören auch klassische Begriffe und Kommandos aus der Seglersprache. Aus dem Wasser holen die Jungsegler ihre Boote mit einem Schlittenwagen, müssen sie selbstständig im Fuhrpark aufstellen. Zu den Pflichten zählt auch die Pflege der Boote. Damit sich die Nachwuchssegler mit ihren Sportgeräten identifizieren können, haben sie sie mit ihren Namen getauft.

Nun kreisen der Petit Hippo, der Elbfisch und Sharky auf dem Gewässer, das noch zu Düsseldorf gehört. Das Wassersportzentrum am Elbsee hat der Seglergemeinschaft Hilden zu einem Aufschwung verholfen. Der Verein verzeichnet nicht nur einen generellen Mitgliederzuwachs, seit Anfang 2009 haben die Segler eine inzwischen gut 20-köpfige Kinder- und Jugendgruppe, die jeden zweiten Samstag Wind und Wetter trotzt. "Wir wollen hier keine Segler züchten. Aus Sportskameraden können auch Freunde werden. Wir konzentrieren uns auf den Breitensport. Leistungssport, also die Teilnahme an Regatten, ist aber nicht per se ausgeschlossen", betont Veit Hering.

Trotz Vereinsheim und Mitgliederzuwachs ist der Klub nicht zufrieden. Es fehlt ein Motorboot, um die Sicherheit gerade für die Anfänger zu gewährleisten. Aus Naturschutzgründen hat die Stadt Düsseldorf noch keine Genehmigung erteilt. "Wir fahren nicht zum Spaß über den See. Es wäre so eigentlich gar nicht möglich, auszubilden", betont Vorsitzender Klaus Henrich.

Quelle: RP
 
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