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Hilden
Spritzige Fahrt übers Wasser

Hilden: Spritzige Fahrt übers Wasser
Gerade bei diesen Temperaturen macht eine Fahrt über den Wasserski-See besonders viel Spaß. FOTO: andreas endermann
Hilden. Wasserski fahren lernen, kann das eigentlich jeder? Ein Besuch an der Seilbahn in Langenfeld. Von Sabine Schmitt

Hantel festhalten, ab in die Hocke, Muskeln anspannen - und losgeht's! Wasser spritzt, die Fahrt beginnt. Wir sind am Startplatz der Wasserski-Seilbahn in Langenfeld. Gerade gestartet: ein Wasserski-Läufer, erster Versuch - und der fährt und fährt und fährt...

Wasserski fahren. Kann das eigentlich jeder lernen? Schwimmen können muss man natürlich. Aber sonst? "Klar", sagt Johannes Sühs und schaut dabei noch dem Anfänger hinterher. Er muss es wissen. Er macht das seit 40 Jahren, ist der Betreiber der Seilbahnen.

In Berghausen gibt es mittlerweile vier Bahnen, die sich im Kreis drehen. Dazu gibt es eine Anlage, die nur geradeaus zieht - ideal zum Lernen. Unterm Strich alle zehn Sekunden wird hier einer von einer Matte aufs Wasser gezogen. Pro Saison sind es rund 20 000, die hier übers Wasser fahren. Anfänger und Profis, Kinder und Erwachsene. Opas und Enkel. Einzelne und Gruppen. Schulklassen und Firmen. Nach Langenfeld kommen sie alle - und das auch von weiter her.

Langenfeld ist nämlich auch das größte Wasserski-Zentrum der Welt - und weltbekannt. Ständig kommt jemand zu Besuch: aus den USA, aus Australien, aus England, Holland, Frankreich oder sonst woher. Seit Ende der 1990er Jahre fahren sie - die Profis und die vielen Breitensportler - vor allem auch Wakeboard, also mit dem Board übers Wasser - oder sie fliegen. Zum Beispiel über Rampen. Stört das den Anfängerbetrieb? Nö, im Gegenteil: So gibt es immer was zu sehen, während man in der Schlange auf den nächsten Start wartet.

Und wie lange dauert das jetzt, bis man auf zwei Skiern fahren kann? Sühs sagt: "Unser Ehrgeiz ist, dass jeder innerhalb der ersten halben Stunde einen Start schafft." Die erste ganze Runde schaffe man dann in der Regel innerhalb von einer Stunde.

Bei dem Anfänger von eben hatte der Start ja schon mal super geklappt. Der ist mittlerweile in der ersten Kurve angekommen - und da aber dann doch baden gegangen. "Nicht schlimm", sagt Sühs. "Beim nächsten Mal klappt das." Nicht schlimm, aber auch, weil man ja immer nur ins Wasser fällt. Jetzt, im Sommer, hat es eine Temperatur von 22 Grad - in Tagen wie diesen ist das eine willkommene Abkühlung.

Und was ist jetzt der Trick in der Kurve? Wer das Anfänger-Video im Starthaus aufmerksam verfolgt oder die Schilder gelesen hat, der weiß es schon. Wer das nicht getan hat, bekommt es vor dem Start vom Seilbahnbediener noch mal mit auf den Weg: "Immer schön durch die roten Bojen fahren. Dann bleibt die Leine auf Spannung", sagt der noch. Und dann zieht die Leine wieder an. Zweiter Versuch.

Durch die roten Bojen fahren. Das funktioniert dann auch. Es macht klack, die Leine ist durch eine Rolle gefahren, und dann kommt auch schon die nächste Kurve und was ist mit der? Die funktioniert wie die Vorherige. So einfach ist das.

Muss man sich eigentlich anmelden, wenn man Wasserskifahren lernen möchte? "Nein", sagt Sühs. "Am besten einfach vorbeikommen." Zur Auswahl stehen eine Anfänger-, Zwei-Stunden- oder Tageskarte. Wer trotzdem lieber so etwas wie einen Kurs machen möchte, kann sonntags kommen. Von 10 bis 11 Uhr gibt es eine Anfängerstunde. Da sind Anfänger unter sich. Allerdings: Diese Stunde muss man vorher buchen. Und ja, an heißen Tagen ist hier in Langenfeld-Berghausen auch immer mehr los als an Regentagen.

Regentage. Eigentlich sind die auch so etwas wie ein Geheimtipp. Denn nass wird man ja eh... Nach dem Fahren dann empfiehlt sich eine heiße Dusche. Die soll ja gegen Muskelkater helfen. Und der kommt nach den ersten Starts gewiss.

Quelle: RP
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