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Hilden
Wer auf dem Schweitzer-Areal bauen darf

Hilden: Wer auf dem Schweitzer-Areal bauen darf
Kennzeichen der geplanten Neubebauung ist eine große gemeinsame Grünfläche. Das Büro Meurer Architekten (Frankfurt/M.) gewann den Architekturwettbewerb. FOTO: Meurer
Hilden. SPD, CDU, Grüne und FDP verhandeln über ein Vermarktungskonzept. Die Interessenten brauchen weiter Geduld. Von Christoph Schmidt

Das Gelände der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule ist eines der wichtigsten, aber auch eines der umstrittensten Bauvorhaben. 18 Firmen, 147 Käufer und drei Gruppen für neue Wohnformen würden auf dem städtischen Areal gerne bauen. Sie müssen sich seit sieben Jahren gedulden. So lange wird schon geplant, verhandelt und gestritten. Am 17. Dezember machte der Rat endlich Nägel mit Köpfen und beschloss mit der Mehrheit von SPD, CDU, Grünen und FDP den Bebauungsplan.

Seitdem ist nicht viel passiert. Die vier Fraktionen verhandeln hinter verschlossenen Türen über das Vermarktungskonzept. Alle versichern: Das Projekt sei auf einem guten Weg. Warum das so lange dauert, diese Frage mag man nicht beantworten. In der ersten Jahreshälfte, vor der Sommerpause, soll das Vermarktungskonzept beschlossen werden, sind alle vier Fraktionen optimistisch.

Bereits Mitte November hatte die Verwaltung Vorschläge für ein Vermarktungskonzept gemacht. Die wichtigsten Eckpunkte: Die Stadt veräußert die Grundstücke selbst und erstellt auch die Infrastruktur (Straßen, Kanäle, Grünanlagen). Die Käufer werden verpflichtet, die Häuser mit Passivhausstandard zu bauen - ohne bestimmte Gebäudetypen oder Bauweisen vorzugeben. Die Grundstücke werden nur an Hildener zu einem festen Verkaufspreis auf Grundlage verbindlicher, für alle geltende Kriterien (Punktesystem) vergeben. Was davon strittig ist und was nicht: Dazu will SPD-Fraktionsgeschäftsführerin Anne Kathrin Latt nichts sagen.

Nur so viel: "Wir sind in interfraktionellen Gesprächen. Es hakt nicht. Es gibt keinen Termin für einen Beschluss." "Wir wollen Gutes für Hilden auf den Weg bringen und sind in den letzten Zügen", erklärt CDU-Fraktionsvorsitzende Marion Buschmann: "Ich bin optimistisch, dass wir noch im ersten Halbjahr über das Vermarktungskonzept entscheiden werden."

Mitte Dezember hatte Grünen-Fraktionsvorsitzender Klaus-Dieter Bartel angekündigt, dass man sich verständigt habe und von "mindestens 30 Prozent öffentlich geförderten Wohnungen" gesprochen. "Das können auch Eigentumswohnungen sein", präzisiert Bartel: "Für uns Grüne ist wichtig, dass dort öffentlich geförderte Wohnungen möglich sind." Die Stadt hatte vorgeschlagen, die städtische Wohnungsbaugesellschaft WGH zwei Häuser mit 17 öffentlich geforderten Wohnungen bauen zu lassen. Bartel: "Wir hätten uns gewünscht, dass die WGH mehr Wohnungen errichtet. Klar ist für uns auch: Wenn wir sozialen Wohnungsbau wirklich fördern wollen, können wir dafür Grund und Boden nicht zu den hohen marktüblichen Preisen veräußern." Der Plan sehe vor, das Vermarktungskonzept vor der Sommerpause zu beschließen.

Das vorgeschlagene Vermarktungskonzept sei zu "95 bis 98 Prozent unstreitig", meint Thomas Remih, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Inwieweit neue Wohnformen berücksichtigt werden, darüber sei noch nicht abschließend gesprochen worden. Der von der Verwaltung vorgeschlagene Auswahlkatalog sei "schon ziemlich gut".

Der Bebauungsplan ist zwar am 17. Dezember vom Rat beschlossen worden. Die Genehmigung der Bezirksregierung liegt aber noch nicht vor, bestätigt Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger: "Ich rechne in Kürze damit." Auch wenn ein vom Stadtrat abgesegnetes Vermarktungskonzept zum Sommer vorliegt, müssen sich die Bau- und Kaufwilligen weiter in Geduld üben. Die Stadt muss zuvor die Planungen für die Straßen und Kanäle erstellen und ausschreiben.

Auch das alte Schulgebäude muss noch abgerissen werden. Bevor neu gebaut werden kann, wird es wohl 2016 werden. Die Bebauung des gesamten Areals wird sich bis 2018/20 hinziehen.

Quelle: RP
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