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Hückelhoven
Brücke trägt Starkstrom

Hückelhoven: Brücke trägt Starkstrom
FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. Für den Bau der Querspange für die Ortsumgehung L 117n haben die Arbeiten begonnen. Im Februar werden Bäume gefällt, dann kann der Straßenbau beginnen. Von Gabi Laue

Eine Holz-Brückenkonstruktion überspannt seit Tagen die Jacobastraße bei Schaufenberg, und die wird dem Straßenbild noch eine Weile erhalten bleiben. Hier führt die WEST ein Starkstrom-Erdkabel über die Straße, und das hängt mit den vorbereitenden Bauarbeiten für die Ortsumgehung L 117n Ratheim-Millich zusammen. Dass Unbekannte den schützenden Bauzaun an dieser Stelle öffnen, kann Menschen in Gefahr bringen.

"Die Querspange verläuft künftig unter der 110kV-Leitung", erklärte Markus Reul von Straßen.NRW. "Da verkehren bald Lkw-Kipper, die bis zu neun Meter hoch ausfahren, da wollen wir keinen gefährlichen Lichtbogen riskieren." Deshalb hat der Energieversorger Anfang Januar die Hochspannungsleitung abgeklemmt und ein Kabel über die Industriebrücke kurz vor der Autobahnbrücke in Fahrtrichtung Ratheim verlegt. Ein Schutzzaun am Fuß der Brücke wird allerdings immer wieder von Unbekannten geöffnet, Warnschilder wurden gestohlen, berichtet Reul. Er warnt ausdrücklich: "Das Betreten dieses Bereichs ist sehr gefährlich. Es besteht Lebensgefahr."

Als nächstes folgen Rodungsarbeiten bis Ende Februar, dann kann innerhalb des ersten Quartals schon mit Straßenbauarbeiten für die Querspange bei Millich parallel zur A 46 begonnen werden. Hinter dem Penny-Markt ist bereits das Gelände abgesteckt, die Kampfmittel-Absuchungen sind nach Angaben von Straßen.NRW schon abgeschlossen. In Richtung der alten Bahntrasse wird ein Kreisverkehr gebaut, eine Lärmschutzwand und Park-and-Ride-Parkplätze (bis zu 140 Stellplätze) werden hergerichtet. Die Querspange endet an der alten L 117 (Gronewaldstraße) mit einem Kreisverkehr. Und dieser Abschluss soll mit dem Ende des dritten Quartals bis zum vierten Quartal dieses Jahres fertig sein, sagte Markus Reul von Straßen.NRW.

Die Neubaustrecke zwischen dem Industriepark Rurtal und dem Kreisverkehr Am Landabsatz/Roermonder Straße wird 4,2 Kilometer lang und drei Unterführungen sowie eine Überführung haben. Zusätzlich werden 1,6 Kilometer Straße als Begleitmaßnahmen (zum Beispiel Wirtschaftswegeanbindungen) ausgebaut. Ein Teilabschnitt liegt auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke Hückelhoven-Baal-Ratheim. Als Lärmschutz für die Wohnbebauung werden sechs Lärmschutzwände und zwei Lärmschutzwälle errichtet.

Um den Freiraum westlich und östlich von Hückelhoven zu schonen, war eine Trasse gewählt worden, die zum Teil nicht mehr benutzte Bahnflächen sowohl der ehemaligen Zeche Sophia-Jacoba als auch der Bahn AG in Anspruch nimmt. Diese Flächen befinden sich im städtischen Besitz. Der Flächennutzungsplan der Stadt sowie der betreffende Bebauungsplan stellen Areal in ausreichender Größe für Bahnanlagen dar, damit ist die Möglichkeit einer Reaktivierung gegeben. Die Umgehungsstraße soll die Ortslagen Ratheim und Millich um bis zu 50 Prozent des bis 2025 prognostizierten Verkehrsaufkommens entlasten.

Quelle: RP
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