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Hückelhoven
Emotionaler Abschied nach 63 Jahren

Hückelhoven. Die IG Ratheim-Busch-Bammich ist Geschichte. Der Vorstand trat zurück, löste die Gemeinschaft auf. Von Gabi Laue

Nach 63 Jahren hat sich die Interessengemeinschaft Ratheim-Busch-Bammich aufgelöst. In der letzten Vorstandssitzung, zu der elf Mitglieder erschienen, trat der Vorstand zurück. Eine traurige Stunde im Maschinenhaus von Schacht 3, die gestandenen Männern Tränen in die Augen trieb.

Es waren mehrere Gründe, die das Ende unausweichlich machten (die RP berichtete). Der Verein konnte keinen Nachwuchs mehr für seine Aktivitäten begeistern, viele Helfer sind verstorben oder in die Jahre gekommen, und das Haus der Begegnung musste die IG im September innerhalb von drei Tagen ausräumen. Die Veranstaltungsstätte vieler Feste wurde als Flüchtlingsunterkunft eingerichtet, die Stadt hatte eine Frist von zwei Wochen zum Verlassen gesetzt. Deshalb konnte auch die Weihnachtsfeier dort nicht mehr stattfinden. "Es schmerzt schon, wenn man so lange dabei war und sieht, welches Ende es nimmt", sagte Vorsitzender Gerhard Apmann sichtlich bewegt. "Es tut weh", meinte auch Ludwig Gurniak. "Aber bei den Festen wurde es immer weniger. Die Leute sind alt, die können nicht mehr."

Nach den Listen von Franz Eilbrecht (59 Jahre dabei) zählte die Interessengemeinschaft noch 269 Mitglieder - in der Glanzzeit waren es 485 gewesen, die gemeinsam fünf Feste im Jahr feierten. 71 Mitglieder sind seit 2006 verstorben. Die IG verteilte Restbestände. Geschirr blieb für die Flüchtlinge im HdB, die Sitzgarnituren wurden dem Schachtverein gespendet. Spiele erhielt die Grundschule Im Weidengrund, ihr Förderverein wurde mit 500 Euro bedacht. Über den Erlös des letzten bunten Abends, 541,60 Euro, freute sich Marianne Schotters von der Selbsthilfegruppe für Krebskranke in Wassenberg. Die letzte Kassenprüfung ergab 4300,14 Euro. Davon spendete die IG je 2100 Euro an den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst für die Region Aachen und das stationäre Erkelenzer Hospiz. Beide finanzieren sich zu großen Teilen aus Spenden. Der Aachener Hospizdienst, der den Kreis Heinsberg ebenso einschließt wie die Eifel, feiert im August Zehnjähriges. "Wir betreuen Kinder, die lebensverkürzend erkrankt sind, bis in den Tod", erklärte Riccardo Breuer, selbst einer von 29 Ehrenamtlern. Für das Erkelenzer Hospiz, seit 16 Jahren eine eigenständige Einrichtung, erläuterte Ulrike Clahsen, man brauche für 14 Betten rund 70.000 Euro Spenden im Jahr. Um Leben bis zuletzt geht es, "und es wird den Menschen noch einiges geboten".

Quelle: RP
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