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Hückelhoven
Insekten-Invasion bei der "Kölschen Nacht" in Baal

Hückelhoven. Die "Kölsche Nacht" ist der karnevalistische Höhepunkt in Baal. Eine Gruppe stach besonders hervor. Von Johanna Küppers

Düstere Musik erklingt. Dunkelheit. Es wird ruhiger im Saal. Das Publikum schaut sich um, doch zu sehen ist nichts. Plötzlich erscheinen gold-grüne Kostüme. Mehrere Beine baumeln von diesen herab. Rote Fühler ragen in die Luft. Insekten. In ihren Händen halten sie hohe gedrehte Stäbe. Diese leuchten, wirken bedrohlich. Mit wenigen, aber schnellen und klaren Bewegungen treten sie vor die Bühne. Ihr Gesichtsausdruck ist ernst.

Ein ungebetener Gast? Keineswegs - die Situation ist gar nicht so ernst. Im Gegenteil, diese Szenerie ist ein Ausschnitt aus der "Kölschen Nacht" der KG Eierköpp Baal. Wer sie nicht kennt, ist wahrscheinlich nicht aus der Region. Denn die Tanzgruppe "Patchwork" gehört zu Baal dazu, wie der Präsident und Moderator der KG Eierköpp, Heinz Willi Spelthahn alias "Mister Babbelju". Sie sind der Hingucker des Abends. "Patchwork", also etwas Zusammengesetztes, ist eine Tanzgruppe von Frauen zwischen 40 und 58 Jahren, fast alle aus Baal. Leidenschaftlich tanzen sie und verführen in diesem Jahr das Publikum als Gottesanbeterinnen.

Angefangen hat alles mit einem ganz anderen Sport: durch den Fußball. Traditionell wird in Baal einmal im Jahr ein Freundschaftsturnier mit dem französischen Verein Cléry St. André ausgetragen. Die Abschlussfeier wird mit vielen selbst einstudierten Vorführungen abgehalten. "Wir Frauen waren vor Ort und haben uns spontan zusammengeschlossen, um einen Tanz aufzuführen", sagt Stefanie Paul, die Trainerin der Gruppe. "Das hat Spaß gemacht und deshalb blieben wir weiterhin zusammen." Erst traten sie auf einigen Geburtstagen auf, dann kamen sie zum Karneval. Nun trainiert die Frauengruppe einmal pro Woche und gehört seit sechs Jahren zum festen Inventar der "Kölschen Nacht".

Als Tänzerin war Paul selbst jahrelang aktiv. Neue Ideen für Schrittkombinationen holt sie sich unter anderem aus Kursen ihres Fitnessstudios. Wichtig sei ihr, dass auch sie immer mittanze. "Ich bin eine Rampensau und möchte selbst auf der Bühne stehen", sagt sie und lacht. Wirklich streng sei sie als Trainerin aber nicht. Aus einem wilden unstrukturierten Haufen, werde doch immer wieder ein gutes Produkt. "Es macht Spaß und wir tanzen sicherlich noch bis wir 80 Jahre alt sind", beteuert sie.

Neben Patchwork sorgten unter anderem folgende Künstler für einen gelungenen Abend: Die Band Bremsklötz, das Männerballett "Rohdiamanten" aus Doveren, die Sängerin Roberta und die natürlich die Tänzerinnen der TSG Lövenich-Baal und der KG Eierköpp.

Quelle: RP
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