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Hückelhoven
Junge Pflege im Haus St. Lambertus

Hückelhoven: Junge Pflege im Haus St. Lambertus
Aufsichtsratsvorsitzender und Architekt Wolfgang Emondts (l.) und St.-Lambertus-GmbH-Geschäftsführer Marcel Ballas freuen sich über den Baufortschritt. FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. Das Pflegewohnheim St. Lambertus wird größer. In einem Neubau entsteht ein Wohnkomplex für die Betreuung von Menschen jungen und mittleren Alters zwischen 18 und 55 Jahren mit einer nicht angeborenen Hirnerkrankung. Von Johanna Küppers

Das Alters- und Pflegeheim St. Lambertus in Hückelhoven wächst. Grund dafür ist vor allem eine Gesetzeslage, welche vorschreibt, mindestens 80 Prozent der Bewohner in Einzelzimmern unterzubringen. Momentan leben die 73 Bewohner des Heimes je zur Hälfte im Doppel- und Einzelzimmern. Mit der Fertigstellung des Erweiterungsbaus werden rund 90 Prozent ein Einzelzimmer erhalten und sieben neue Betreuungsplätze entstehen.

Beim Richtfest gestern stand Geschäftsführer Marcel Ballas im zukünftigen "Wohnzimmer" und erklärte ausschweifend, wie der kalte Rohbau einmal zur gemütlichen Wohneinrichtung mit offener Küche werde. "Ich freue mich schon darauf, wenn wir Weihnachten 2016 gemeinsam mit den Bewohnern den Tannenbaum schmücken können", sagt er und lacht.

Die Vorgabe des Wohn- und Teilhabegesetzes war nicht die einzige Motivation des Geschäftsführers und des Aufsichtsrates, einen Neubau zu errichten. "Wir nutzen die Gelegenheit und richten im Obergeschoss einen Bereich für Junge Pflege ein", verkündet Ballas. Damit ist das St. Lambertus das erste Pflegeheim im Kreis Heinsberg, welches solche Betreuungsplätze anbietet. Das Angebot richtet sich an pflegebedürftige Menschen, die zwischen 18 und 55 Jahren alt sind und an einer nicht angeborenen Hirnerkrankung leiden, die beispielsweise durch einen Unfall verursacht worden ist. Ballas beschäftige sich schon seit 35 Jahren mit diesen Menschen und sei stolz, zehn neue Plätze im Herbst 2016 anbieten zu können. "Wir haben jetzt schon erste Anfragen", sagt er.

Gerade für Eltern in zunehmenden Alter, deren Kinder aber nicht selbstständig leben können, bietet sich das Angebot sehr an. Der Geschäftsführer erklärt, für diesen speziellen Fall werde eine Psychologin angestellt, die den Ablösungsprozess der Eltern begleiten wird. Und das ist nicht die einzige Investition des Pflegeheims: Jedes Zimmer wird mit einem Schienensystem ausgestattet werden, damit Pfleger die Bewohner direkt ins Badezimmer fahren können. "Wir wollen das Gebäude von Anfang an modern und nachhaltig aufbauen", sagt Ballas. Zusätzlich zu dem Wohnbereich und der Jungen Pflege wird im Erdgeschoss eine Abteilung für Palliative-Care entstehen. Unheilbar Kranke und Sterbende sollen dort betreut werden. Die Pflege zielt also nicht auf die Verlängerung der Lebenszeit ab, sondern auf deren Verbesserung.

Damit dies gelingt, wird in den kommenden Wochen die Gartenanlage gestaltet. Zusätzlich wird es eine Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Gebäude geben - in Form eines modernen Glastunnels.

Das Team um Architekt Wolfgang Emondts, Bauingenieur Christoph Tetz und der Lambertus GmbH als Bauherr hoffte gestern auf einen erfolgreichen Start und eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Seniorenheim, der Jungen Pflege und dem Palliative-Care-Bereich.

Quelle: RP
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