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Hückeswagen
Bäume fallen zum Schutz des Beverteichs

Hückeswagen: Bäume fallen zum Schutz des Beverteichs
Baum fällt! Nachdem am Montag schon eine Reihe Fichten gefällt worden war, fielen gestern Morgen weitere Bäume auf dem Damm des Beverteichs der Motorsäge zum Opfer. Heute könnten die Baumfällarbeiten bereits beendet sein, wenn alles gut verlaufen ist. FOTO: St. Büllesbach
Hückeswagen. Bei einer Routinekontrolle hat die Bezirksregierung Köln einen erheblichen Sanierungsbedarf an der Stauanlage des Beverteichs einschließlich des Wehrs festgestellt. Daher werden nun Bäume gefällt. Der Wald bleibt dennoch weitgehend unberührt. Von Stephan Büllesbach

. . .und wieder knackt und kracht es gewaltig in dem Waldstück, das im Dreieck von Beverteich, Bevertalstraße und Hartkopsbever liegt. Ein Eichelhäher fühlt sich vom stürzenden Baum gestört und fliegt in Richtung Heide davon. Auch ein Graureiher dreht ein Runde über den Kronen, lässt sich dann aber gemächlich wieder auf einem Baum nieder. Etwa 20 Graureiher-Paare sind dort momentan mit dem Nestbau beschäftigt und haben teilweise bereits mit dem Brüten begonnen. Die Aufnahmen einer Drohne von vorigem Freitag bestätigten bei einer Begehung des Beverteichdamms und des angrenzenden Fichtenbestands, dass dort die "aktuell wohl größte Graureiher-Population Oberbergs" nistet. Das sagt Andre Steiniger, Leiter des Kreisumweltamtes, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Auch wenn es sich bei diesem Waldstück um ein Naturschutzgebiet handelt, hat das Umweltamt in Abwägung zwischen Sicherheit und Naturschutz die Entscheidung getroffen, Bäume fällen zu lassen. Entlang des Damms auf einer Länge von etwa 100 Metern und einer Tiefe von etwa 20 Metern werden seit Montag Fichten und Laubbäume gefällt. "Damit soll unter anderem vermieden werden, dass ein Sturm wie zuletzt ,Friederike' die Bäume entwurzelt und sie dann in den Teich stürzen", erläutert Iris Trespe, Pressereferentin der Kreisverwaltung. Auch hilft das, den Damm zu entlasten.

FOTO: Stephan

Denn der stellt offenbar ein Sicherheitsrisiko dar. Die Bezirksregierung hatte im Juli 2017 bei einer Routineüberprüfung einen erheblichen Sanierungsbedarf an der Stauanlage einschließlich des Wehrs festgestellt. Zum derzeitigen Zeitpunkt geht sie laut Trespe davon aus, dass die Stauanlage die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt. Deshalb kann ihre Sicherheit auch nicht abschließend beurteilt werden.

Als Sofortmaßnahmen hat die Kreisverwaltung als Untere Wasserbehörde daher zunächst veranlasst, dass die Wehrklappe, die nicht mehr beweglich war, "gelegt", also abgesenkt wurde. Steiniger: "Die damit verbundene Absenkung des Wasserspiegels um etwa 15 Zentimeter trägt mit dazu bei, dass der Wasserdruck auf den Damm abnimmt." Nun werden der Bewuchs auf dem Damm und am sogenannten Dammfuß sowie der Stahlzaun in der Hochwasserentlastung entfernt.

FOTO: Stephan

Den bei Hartkopsbever gelegene Teich, der heute einer Eigentümergemeinschaft gehört, gibt es seit fast 300 Jahren! Bereits 1720 wurde er für den Betrieb von Reckhämmern und anschließend - von 1910 bis 1971 - für die Tuchfabrik der Firma Karl von der Heyden industriell genutzt. Von diesen sogenannten Gewässerbenutzungsanlagen sind nur noch der Stauteich (Beverteich) und die dazugehörige Wehranlage vorhanden, der ehemalige Obergraben sowie das Betriebsgelände existieren hingegen nicht mehr. Dafür ist der Teich inzwischen als Naturschutzgebiet ausgewiesen und weist etwa einen Schilfbestand auf, "der in dieser Größe im Oberbergischen Kreis einmalig ist". Zudem nutzen viele Vogelarten, wie Graureiher, Blässhühner, Teichrallen oder der Gänsesäger, den Teich als Nahrungs-, Rast-, Brut- und Überwinterungsstätte.

Der Kreis als Untere Wasserbehörde hat von Beginn an die Biologische Station Oberberg (BSO) sowie den ehrenamtlichen Naturschutz beteiligt. "Natürlich liegt uns auch der Naturschutz sehr am Herzen", versichert Steiniger. Die Fällarbeiten würden daher von einer ökologischen Baubegleitung beobachtet. Auch zum Schutz der Graureiher-Population sollen die Baumfällungen noch in dieser Woche abgeschlossen sein.

FOTO: Stephan Büllesbach

Ob damit die Sicherheit der Stauanlage letztlich gewährleistet ist, ist noch nicht abzusehen. Zur Beurteilung der Standsicherheit des Dammes muss die Anlage noch vermessen werden, und es steht eine geotechnische Beurteilung an, ob die Hochwasserentlastung hydraulisch belastbar ist. Eventuell müssen die Eigentümer weitere Arbeiten veranlassen, um die Sicherheit der Stauanlage sicherzustellen.

Quelle: RP
 
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