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Hückeswagen
Barrierefrei wohnen - GBS-Versuch geglückt

Hückeswagen: Barrierefrei wohnen - GBS-Versuch geglückt
Einen neuen, farbigen Anstrich gab es auch noch - im Oktober ziehen die ersten Mieter in das barrierefrei umgebaute Haus Wiehagener Straße 9 ein. FOTO: büba
Hückeswagen. Anfang 2014 hatte die Genossenschaft für Bau- und Siedlungswesen (GBS) ihre beiden Häuser Wiehagener Straße 9a und 9b abreißen lassen. Das kleinere Haus mit der Nummer 9 blieb stehen - und wurde zu einer Art Versuchsballon für die GBS: Der Vorstand unter dem Vorsitz von Thomas Nebgen entschied, es von Grund auf zu sanieren und die sieben Wohnungen darin komplett barrierefrei auszubauen. Zielgruppe: Senioren und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen. Die Genossenschaft ging davon aus, dass der Bedarf an barrierefreiem und dabei noch bezahlbarem Wohnraum vorhanden sei, auch im Stadtteil Wiehagen. Von Brigitte Neuschäfer

Die Annahme hat sich bestätigt. Die umfassenden Bauarbeiten sind inzwischen weitestgehend abgeschlossen, für alle sechs Wohnungen mit einer Größe von rund 80 Quadratmetern und für das kleinere Appartement wurden frühzeitig Mieter gefunden. Die ersten werden Anfang Oktober einziehen. "Sie beziehen Wohnungen mit Neubau-Standard, eigentlich sind nur die Wände stehengeblieben", sagte Nebgen jetzt bei der Vertreter-Versammlung der GBS.

Alle Wohnungen wurden entkernt, die alten Nachtspeicheröfen, kamen raus, eine moderne Gasbrennwertheizung rein. Die vorhandenen Balkone wurden abgetrennt und durch neue, deutlich größere ersetzt. Ein Liftsystem sorgt dafür, dass jede Wohnung im Haus ohne Treppen-Steigen erreichbar ist. Die Vorgabe der Barrierefreiheit bestimmte auch den Innenausbau. Zukünftige Mieter, die schon früh ihr Interesse angemeldet hatten, konnten überdies persönliche Wünsche zum Beispiel bei der Ausstattung des Bades anmelden.

Zu Beginn der Bauarbeiten hatte Nebgen in einem Gespräch mit der BM gesagt: "Wir wollen mit diesem Projekt ein Zeichen setzen und sind bereit, in Wiehagen ein Angebot zu schaffen, das seinesgleichen sucht." Das bezog sich auch auf den Mietpreis: Er liegt im Haus Wiehagener Straße 9 bei knapp unter fünf Euro pro Quadratmeter. Rund das Doppelte muss laut Nebgen zahlen, wer in eine Neubauwohnung mit entsprechendem Standard in der Innenstadt zieht. "Zehn Euro und mehr pro Quadratmeter sind aber für die meisten Senioren nicht bezahlbar", unterstrich er in der Versammlung. Deshalb habe sich die GBS gegen einen Neubau und für die Kernsanierung eines bereits bestehenden Gebäudes entschieden.

Dass dabei die Wahl auf das Haus Wiehagener Straße 9 fiel, hatte auch mit der Infrastruktur zu tun: Bushaltestellen liegen quasi vor der Haustür, Penny- und Edeka-Markt sind fußläufig erreichbar, andere Einkaufsmöglichkeiten ebenfalls. Durch den Abriss der benachbarten großen Häuser 9a und 9b sind zudem Freiflächen ringsum entstanden, die das Wohnumfeld aufwerten. Rund 530 000 Euro hat die GBS in das Projekt investiert. "Es ist gut angelegtes Geld", zog Nebgen jetzt Bilanz.

Quelle: RP
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