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Hückeswagen
Bei Busatis kennen und lieben gelernt

Hückeswagen: Bei Busatis kennen und lieben gelernt
Aus Pommern hatte es Ulrich Lohmann 1946 ins Bergische verschlagen, seine Frau Ingeborg stammt aus der Dörpe. Die beiden sind morgen, Donnerstag, 60 Jahre miteinander verheiratet. FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Ingeborg und Ulrich Lohmann können morgen auf 60 Jahre Ehe zurückblicken. Die Kinder und Enkel wollen dem Diamant-Paar einen unvergesslichen Tag bereiten. Bereits seit 1964 wohnt das Ehepaar an der Straße Zum Johannesstift. Von Franz Mostert

Ingeborg Eisert aus der Dörpe war gerade einmal 20 Jahre alt und ihr Bräutigam Ulrich Lohmann auch nur ein Jahr älter, als beide am 16. Juli 1955 morgens zum Standesamt ins Hückeswagener Schloss gingen. Nach dem Verwaltungsakt gab Pastor Otto Henke nachmittags in der Pauluskirche den Brautsegen. "Die Feier danach war, wie sich das gehörte, bei meinen Eltern in der Dörpe", sagt Ingeborg Lohmann, im Familienkreis kurz Inge genannt. Auch an die Geschenke können sich beide noch erinnern: "Das war, wie schon ein Jahr zuvor bei der Verlobung, hauptsächlich Aussteuer-Wäsche und mengenweise Blumen."

"Jetzt steht unsere Diamanthochzeit an", sagt Ulrich "Uli" Lohmann. "Das Nette daran ist, dass wir uns um nichts zu kümmern brauchen. Unsere Kinder und Enkel haben die gesamte Festplanung in ihre Hände genommen." Und seine Frau fügt hinzu: "Wir brauchen uns nur fein zu machen und auf die Dinge zu warten, die auf uns zukommen."

Aus dem Zweier-Beginn erwuchsen bei den Lohmanns bisher drei weitere Generationen. Eine Tochter und vier Söhne wurden geboren, acht Enkel kamen dazu, und inzwischen erblickte auch ein Urenkel das Licht der Welt.

Ulrich Lohmann als Werkzeugmacher und Ingeborg Lohmann als Lageristin hatten sich als Mitarbeiter der ehemaligen Firma Busatis in Winterhagen kennengelernt. "Das ging sofort über den Feierabend hinaus", blickt der 81-Jährige zurück. Inge habe dann Sonntag für Sonntag, wenn er in der ersten Mannschaft oder der Reserve des VfL Lennep kickte, am Zaun gestanden und sei bald eine begeisterte "Fußballbraut" gewesen. "In Lennep war damals immer allerhand los", erzählt Ingeborg Lohmann, und das Paar sei mittendrin dabei gewesen.

Ulrich Lohmann wuchs im pommerschen Kalewitz im Schatten des großen Von-Kleistschen-Gutes mit vier Geschwistern heran. Im Januar 1946 folgte jedoch die Ausweisung durch die Russen. Mit dem Flüchtlingstransport ging's zum Durchgangslager Wipperfürth und von dort zum neuen Wohnsitz in Lennep. Nach der Beendigung der Schule begann für Lohmann die Lehre bei Busatis, die meisten seiner Berufsjahre absolvierte er jedoch bei der Firma Kuhbier in Wipperfürth. "Und das ging bis zur Rente." Ingeborg Lohmann ergänzt: "Vergiss nicht die 45 Jahre Nebentätigkeit hier in unseren GBS-Häusern am Johannesstift als Hausmeister für 32 Wohnungen." Diesen Job füllt der 81-Jährige immer noch aus.

Ihr Alter sieht man beiden nicht an. Die 80-Jährige weiß ein Rezept: "Jung gefreit hat selten gereut!" Sie ist auch der Mittelpunkt in der Großfamilie. Das bestätigt ihr Mann gerne: "Wir alle wissen, was wir an ihr haben."

Quelle: RP
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