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Hückeswagen
Das Gegenteil von unscheinbar

Hückeswagen: Das Gegenteil von unscheinbar
Der ganze Stolz von Beate und Peter Olbrich: der weinrote Ford Mustang GT Premium mit 417 PS, den sie heute, Samstag, beim "Drag Day" in Meinerzhagen vorstellen werden. FOTO: Wolfgang Weitzdörfer
Hückeswagen. Der weinrote Ford Mustang gibt schon im Leerlauf ein angenehm warmes und leicht dumpfes Brummen von sich. Schnell hat man eine Ahnung von den 417 PS, die unter der Haube des wuchtigen und doch schnittigen Wagens schlummern und nur darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Deutlicher wird die Ahnung aber, wenn Peter Olbrich das Gaspedal durchdrückt. Dann werden die Insassen in die bequemen Sitze gedrückt. Es verwundert nicht, wenn der Hückeswagener betont: "Wir haben zwei erwachsene Söhne - die dürfen aber nicht hinters Steuer. Um so einen Wagen zu fahren, braucht man eine gewisse Reife", ist der 49-Jährige überzeugt.

Ihren weinroten Mustang stellen Peter und Beate Olbrich heute, Samstag, beim "Drag Day" auf dem Flugplatz in Meinerzhagen vor (s. Info-Kasten). "Das ist ein echtes Highlight im Jahr, ein riesiges Spektakel, zu dem mehrere Hundert US-Automobile kommen", schwärmt Peter Olbrich. Neben dem Ausleben der gemeinsamen Leidenschaft für amerikanische Autos steht das Viertelmeilenrennen dort im Mittelpunkt. "Daran dürfen nur US-Fahrzeuge aller Baujahre mit einer Leistung von maximal 900 PS teilnehmen. Das ist schon ein ganz besonderes Erlebnis", sagt Beate Olbrich.

Ihr Mann spielt noch einmal kurz mit dem Gaspedal. Der Motor heult auf, klingt dabei aber nicht angestrengt oder gar gequält - als wäre es für den V8-Motor mit fünf Litern Hubraum die leichteste Übung, in etwa fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Alleine die kurvige Strecke rund um die Bever-Talsperre verhindert hohe Geschwindigkeiten.

Schon seit seiner Jugend ist der Hückeswagener von Sportwagen fasziniert. Dennoch hatte es bis zum Frühjahr 2015 gedauert, bis dem Ehepaar ein solches Auto ins Haus kam. "Meine Frau Beate hat den Ausschlag dazu gegeben. Sie wollte eigentlich einen eher unscheinbaren Wagen haben", erzählt der 49-Jährige. Dass es doch der US-Kultwagen wurde, der nun das genaue Gegenteil von unscheinbar ist, habe an mehreren Testfahrten gelegen: "Die Autos haben uns direkt fasziniert. In Wuppertal sind wir bei einem Spezialisten fündig geworden", erzählt Olbrich.

Oft wird den US-Modellen ein enorm hoher Spritverbrauch nachgesagt. Der halte sich aber im Vergleich zu europäischen Autos der gleichen Klasse im Rahmen, sagt der 49-Jährige: "Die Zeiten von Verbräuchen von 25 Litern sind lange vorbei. Moderne US-Autos verbrauchen auch nicht mehr Sprit als vergleichbare europäische oder asiatische Fahrzeuge." Peter Olbrich ergänzt schmunzelnd: "Es ist wie bei Pferdebesitzern: wenige Pferde, wenig Heu - viele Pferde, viel Heu."

Das Hückeswagener Ehepaar freut sich vor allem darüber, ein weiteres gemeinsames Hobby zu haben. "Wir wollen beide nicht ganze Wochenenden unter dem Auto liegen und daran herumschrauben. Uns geht es um die Gemeinschaft und den Austausch mit anderen US-Car-Besitzern bei den regelmäßigen Veranstaltungen und Treffen", versichert Beate Olbrich.

Ein weiteres dieser Treffen ist das sogenannte Cars N Coffee, das an verschiedenen Treffpunkten in der Region stattfindet. "Dahinter steckt die Idee, sich für zwei bis drei Stunden zu treffen - eine Art sehen und gesehen werden mit netten Gesprächen und einer Tasse Kaffee. Dann fährt man wieder weiter", sagt Peter Olbrich. Bei den Treffen kämen schnell zwischen 50 und 80 Fahrzeuge zusammen.

Quelle: RP
 
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