| 00.00 Uhr

Hückeswagen
Die Regionalmarke "bergisch pur" will keine Importgülle mehr

Hückeswagen. Landwirte, die ihre Produkte unter der Regionalmarke "bergisch pur" vermarkten, dürfen ab sofort tierischen Dünger nur noch aus einem Umkreis von 150 Kilometern beziehen - "bevorzugt aus dem Bergischen Land". Das geht aus einer Pressemitteilung von "bergisch pur" hervor. Die Marke stehe für regionale Kreisläufe auch in der Landwirtschaft. Weiter heißt es dort: "Darum hat der Vorstand entschieden: Keine Import-Gülle darf auf Bergisch-pur-Äckern und -Wiesen eingesetzt werden." Der Einsatz von Gülle und Co. aus dem Ausland, etwa aus den Niederlanden, ist demnach "grundsätzlich verboten". Von Torsten Sülzer

"Der Gülle-Vorfall an der Neye hat die Menschen hier in der Region - Landwirte und Verbraucher - sensibilisiert", sagt Bergisch-pur-Geschäftsführer Peter Schmidt. Er verweist damit auf die Ökokatastrophe von März 2015, als 1,7 Millionen Liter Gülle in den Neyebach und in die Neye-Talsperre gelaufen waren.

Die Regionalvermarktung setze sich ohnehin für einen vorsichtigen Umgang mit tierischen Nährstoffen ein. Tierischer Dünger sei Kunstdünger vorzuziehen, schreibt "bergisch pur" in der Mitteilung. Import-Gülle darf es aber ab sofort nicht mehr sein. Die Bergisch-pur-Betriebe werden verpflichtet, die regionalen Kreisläufe zu stärken.

Anlass, diese Verpflichtung in den ohnehin schon strengen Auflagenkatalog für Bergisch-pur-Produkte aufzunehmen, sei aber nicht etwa ein akuter Fall von Gülle-Import eines Bergisch-pur-Vermarkters. "Wir hatten bisher kein Problem mit Import-Gülle, aber jetzt haben wir es auch für die Zukunft geregelt", erklärt Schmidt auf Nachfrage.

Die Regionalvermarktung setze sich per se für einen vorsichtigen Umgang mit tierischen Nährstoffen ein. Beirat und Vorstand hätten sich einvernehmlich dafür ausgesprochen, die bergischen Betriebe zu stärken. "Denn die Nitratwerte im Bergischen Land sind gut - und dass dies so bleibt, dazu will ,bergisch pur' einen Beitrag leisten."

Zugleich teilt die Regionalmarke mit, bei der Bullen-Fütterung auf das dafür neuerdings zugelassene Soja zurückzugreifen. Schmidt: "Bei der Gründung verzichteten wir auf den Einsatz, da wir auf jeden Fall keine gentechnische Veränderung fördern wollten. Dies gilt bis heute - doch durch die Weiterentwicklung des Soja-Anbaus und das veränderte Klima können wir diese Sicherheit jetzt auch durch den Einsatz deutschen Sojas gewährleisten."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hückeswagen: Die Regionalmarke "bergisch pur" will keine Importgülle mehr


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.