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Serie 210 Jahre Pfarrcäcilienchor (2)
Dirigenten bringen den Chor nach vorne

Hückeswagen. Der Pfarrcäcilienchor von 1805 kann auf eine mittlerweile 210-jährige Tradition zurückblicken. In einer kurzen Serie blickt die BM auf die Geschichte des gemischten Chors der katholischen Gemeinde zurück. Heute geht's um die Dirigenten. Von Franz Mostert

hückeswagen Der 1805 gegründete Pfarrcäcilienchor kann für sich in Anspruch nehmen, das kulturelle Leben in Hückeswagen über seine liturgischen Aufgaben hinaus mitgeprägt zu haben. Diese Offenheit ging hauptsächlich von den professionellen Dirigenten aus, und die Chormitglieder standen immer geschlossen hinter dieser Absicht.

Die Reihe der Organisten seit dem Umzug der katholischen Pfarrgemeinde aus der alten Nikolauskirche in den früheren "Palas" des Schlosses 1682 ist namentlich aufgelistet. Es waren in der Regel Lehrer. So auch der erste Dirigent der Gründungszeit des Chores, der Schulmeister Peter Scheider. 1827 übernahm der "studierte Musikus" Franz Mellenbach das Cäcilien-Dirigat, mit dem die Öffnung nach außen begann.

Die Ära der zunächst am Gregorius-Konservatorium zu Aachen ausgebildeten Kirchenmusiker begann mit der Einstellung des Organisten und Chorleiters Joseph Winkelius 1896. Zeitzeugen berichteten: "Winkelius kannte im Orgel- und Klavierspiel nicht die geringste Schwierigkeit." Neben seiner kirchlichen Aufgabe gründete er den Oratorienchor Hückeswagen und nahm gleich einen Großteil seiner Sängerinnen und Sänger aus dem Frauen- und Männerchor mit zum ökumenischen Singen.

Sein Nachfolger Hubert Beißel, mehr als 40 Jahre Organist und Chorleiter, war zugleich Bratscher und Klarinettist im Musikverein und in der Remyschen Kapelle. Seine Viola war im Hückeswagener Streichquartett gefragt. Die Reihe der Ausstrahlungen von der Orgelbank in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt auf den örtlichen Kulturbetrieb lässt sich bis zum heutigen Tag fortsetzen. So leitete Wilhelm Köppen ab 1953 über seine "angestellte Tätigkeit" bei der Pfarrgemeinde Männerchöre und half am Essener Opernhaus als Korrepetitor aus.

Ganz nah ist den Hückeswagenern noch die 41-jährige Dienstzeit des Organisten und Chordirektors Hermann Josef Hacke. In zahlreichen Aufführungen und unter Ausschöpfung eines umfangreichen Repertoires brachte er nicht nur "seinen" Pfarrcäcilienchor zur Blüte, sondern begründete auch den Kinderchor "Schloßspatzen", war Dirigent des Meisterchors "Rheingold", leitete den MGV "Liederkranz" Grünestraße und spielte im "Städtischen Musikverein" Kontrabass. Nebenbei brachte er Hückeswagener Kindern und Erwachsenen Orgel-, Klavier-, Blockflöten- und Gitarre-Spielen bei, als es die Musikschule noch gar nicht gab.

Der Organist Ernst Duisberg zum Beispiel war in der Region hauptsächlich als Chor- und Liedbegleiter am Klavier gefragt. Die kulturelle Öffnung nach außen, ohne den kirchlichen Dienst zu vernachlässigen, lässt sich am Beispiel der aktuellen Dirigentin Inga Kuhnert fortsetzen. Sie steht mit anderen für die Fortsetzung der "Schlosskonzert"-Reihe, ist gefragte Cembalistin und legt beim Pfarrcäcilienchor Wert auf weltliche und geistliche Musik.

Quelle: RP
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