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Hückeswagen
Einblicke in die heimischen Unternehmen

Hückeswagen: Einblicke in die heimischen Unternehmen
In der Schreinerei von Lars Osenberg beeindruckten die selbst gefertigten Ausstellungstücke aus Massivholz. Gleichzeitig präsentierte sich das Unternehmen als Ausbildungsbetrieb. FOTO: michael schütz
Hückeswagen. 13 Firmen beteiligten sich am Freitagabend an der zweiten "Nacht der Unternehmen". Unter anderem öffnete die BEW das Wasserwerk in Kleineichen. Trotz geringerer Resonanz als bei der Premiere zeigen sich die Organisatoren zufrieden. Von Heike Karsten

Was stellt die Firma in der Nachbarschaft eigentlich her? Wo arbeitet der Papa? Welche Ausbildungsmöglichkeiten bietet das Unternehmen? Oder wo kommt eigentlich unser Trinkwasser her? Antworten auf diese Fragen bot am Freitag die zweite Auflage der "Nacht der Unternehmen". Mehrere Hundert Hückeswagener und Besucher aus den Nachbarstädten nutzten die Gelegenheit, um einen Einblick in die Produktionsprozesse der ortsansässigen Unternehmen zu erhalten.

13 Betriebe öffneten dazu zwischen 15 und 22 Uhr ihre Pforten - darunter auch die Firma Klingelnberg, die zu den Weltmarktführern im Bereich der Verzahnungstechnologie zählt. Dr. Niels Eichhorn, Leiter des Bereichs Antriebstechnik, führte Besuchergruppen durch das Werk im Industriegebiet West 2 und präsentierte stolz die zwei weltweit größten Spiralkegelrad-Wälzfräsmaschinen, die es nur einmal auf der Welt gibt.

Die seltene Gelegenheit des direkten Einblicks nutzten viele Besucher, auch wenn der Ansturm nicht ganz so groß war, wie bei der Premiere vor vier Jahren. "Wir freuen uns über die vielen Familien der Mitarbeiter, die heute kommen. Schon allein dafür hat es sich gelohnt", sagte Eichhorn.

Nur wenige Meter weiter hatte die Schreinerei von Lars Osenberg ihre Werkstatt geöffnet. Die selbst gefertigten Ausstellungstücke aus Massivholz beeindruckten nicht weniger, als die bis zu drei Meter großen Zahnräder der Firma Klingelnberg. Gleichzeitig präsentierte sich die Schreinerei als Ausbildungsbetrieb. "Es ist schwer für uns, einen passenden Auszubildenden zu finden. Daher ist die 'Nacht der Unternehmen' wie für uns gemacht. Hier können wir mehr zeigen, als am Stand auf einem Handwerkermarkt", sagte Lars Osenberg.

Die Firma Pflitsch gewährte den Gästen Einblicke in ihre Drehtechnologie und Kabelkanalproduktion. "Es kommen auch viele junge Leute mit Bewerbungen. Unsere Personalabteilung hat richtig viel zu tun", freute sich Marketingleiterin Kerstin Wenzel. Bürgermeister Dietmar Persian, der die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen hatte, würde sich über noch mehr beteiligte Unternehmen freuen: "Wir haben etwa 250 Unternehmen am Ort. Aber es spielen hierbei natürlich auch Organisation, Sicherheit und Geheimhaltung eine entscheidende Rolle."

Organisiert wurde die "Nacht der Unternehmen" vom Arbeitskreis Wirtschaft des Stadtmarketings. Federführend bei der Akquise der Firmen war Karl-Heinz Kröger. Er stand als Ansprechpartner im Glasfoyer am Bahnhofsplatz bereit, wo sechs Unternehmen ihre Stände aufgebaut hatten. Von dort fuhr auch der Shuttle-Bus der OVAG ab, der die Besucher im Stundentakt zu den Unternehmen beförderte. "Hier in der Stadt ist relativ wenig los, aber wir sind zufrieden, wenn die Leute freudig von der Tour zurückkommen", sagte Kröger. Der Erfolg des Angebots würde nicht an der Besucherzahl festgemacht. Wichtig für eine Wiederholung wäre, dass die Unternehmen einen Nutzen darin sehen - sei es für die Kundenbindung oder das Akquirieren qualifizierter Fachkräfte.

Auf großes Interesse stieß das Angebot der BEW. Sie öffnete das Wasserwerk in Kleineichen, das für die Wasserversorgung der Stadt zuständig ist. "Viele Hückeswagener wissen gar nicht, wo sie ihr Wasser herbekommen", sagte Rohrnetzmeister Guido Urban, der die Fragen der Besucher beantwortete und aufgrund der Resonanz schon nach den ersten beiden Stunden heiser war. Auch Bianca Buck und Sabine Koppe nahmen an der Führung teil und lernten viel über das 204 Kilometer lange Wasserleitungsnetz in der Schloss-Stadt, die drei 30 Meter tiefen Brunnen und die Qualitätskontrolle des reinen Brunnenwassers. Die Veranstaltung fanden beide "eine gute Sache". "Die Beschilderung zu den Firmen könnte jedoch noch besser sein", wünschten sie sich für eine Neuauflage.

Dietmar Persian hält einen Drei-Jahres-Rhythmus für realistisch. "Es darf nicht zur Gewohnheit werden. Organisatorisch können wir aber durchaus noch mehr Unternehmen verkraften", fügte Kröger hinzu.

Quelle: RP
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