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Hückeswagen
Einbrechern das Handwerk vermiesen

Hückeswagen. Zuletzt hatte es vermehrt Einbrüche in der Schloss-Stadt gegeben. Die Abteilung Kriminalprävention der Polizei Oberberg war gestern mit einem Infostand auf dem Bahnhofsplatz präsent. Das Interesse der Hückeswagener war groß. Von Wolfgang Weitzdörfer

"Riegel vor!" heißt eine Aktion der Abteilung Kriminalprävention der Kreispolizeibehörde. Bedeutet im Klartext, Einbrechern im übertragenen und wörtlichen Sinn einen Riegel vorzuschieben. Mit einem Infostand sind Kriminalbeamte derzeit in oberbergischen Kommunen unterwegs und suchen das Gespräch mit den Bürgern. Denn auch wenn Hückeswagen die sicherste Kommune kreisweit ist und der Kreis als sicherster in ganz NRW gilt, so ist doch gerade in ländlichen Gegenden die Angst vor einem Einbruch groß.

Das betont Bezirksbeamter Andreas Roth, der mit seinem Kollegen, Polizeihauptkommissar Frank Schultes, und zwei Kollegen aus der Abteilung Kriminalprävention auf dem Bahnhofsplatz Position bezieht. "Die Bürger sind in Sorge. Auch wenn Hückeswagen das Glück hat, von den Autobahnen weit genug entfernt zu sein, als dass Einbrecherbanden hier verstärkt ihr Unwesen treiben würden", sagt der Polizeihauptkommissar. Dennoch zögen die ländliche Struktur und das höhere Durchschnittsalter in Hückeswagen immer wieder Einbrecher an. "Die Menschen haben davor natürlich Angst", sagt Roth.

Am Stand warten die Kriminalhauptkommissare Harald Gaadt und Walter Steinbrech auf Besucher. Sie arbeiten in der Kriminalprävention in Gummersbach. Dort gibt es eine Beratungsstelle, die sie in Teilen nach Hückeswagen mitgebracht haben. "Wir haben Exponate, Fenster, Türen, Beschläge oder Scharniere. Daran können wir den Bürgern zeigen, wie schnell ein konventionelles Fenster oder eine Terrassentür geknackt werden kann", sagt Gaadt. Auf einem Tisch liegen Scharniere, dazu Broschüren und viel Infomaterial. Die beiden haben eine Menge zu tun. "Wir hatten den Stand noch gar nicht fertig aufgebaut, da waren schon die ersten Interessenten da", sagt Gaadt.

Sein Kollege Steinbrech spricht gerade mit einer älteren Hückeswagenerin. Sie wohnt in einem denkmalgeschützten Haus und möchte wissen, wie sie ihr Eigenheim einbruchssicher machen kann. "Denn bei denkmalgeschützten Objekten darf man bauliche Veränderungen nicht in dem Maße vornehmen, wie bei normalen Häusern", erläutert Steinbrech. "Es gibt bei uns eine Liste mit Fachfirmen. Die können Sie mitnehmen und mit einem der Betriebe einen kostenlosen Ortstermin ausmachen", sagt er. Die Hückeswagenerin berichtet: "Bei uns hat noch niemand eingebrochen. Trotzdem soll das Haus irgendwie sicherer gemacht werden - deswegen bin ich hier." Dazu betont Steinbrech: "Wir geben nur Empfehlungen. Wir sind zwar im Thema geschult, aber eben keine Handwerker."

Ein jüngerer Mann sei direkt am Morgen am Stand gewesen, erzählt Gaadt. "Bei ihm ist schon zweimal eingebrochen worden. Der hat richtig mit sich gehadert, was er denn nun machen kann, damit es nicht noch einmal passiert." Auch ihm hat der Kriminalhauptkommissar mit der Liste geholfen: "Die Betriebe darauf sind speziell qualifiziert und können mit Rat und Tat zur Seite stehen, damit das Haus oder die Wohnung möglichst einbruchssicher gemacht werden", macht Gaadt deutlich.

Manchmal wirkt vielleicht auch schon ein Aufkleber abschreckend: "Vorsicht! Aufmerksamer Nachbar!" steht auf dem knallgelben Sticker, den Gaadt und Steinbrech auch auf dem Tisch liegen haben. "Darf ich mir da zwei mitnehmen?", fragt eine Frau und fügt an: "Meine sind nicht mehr zu erkennen." Gaadt gibt ihr das Gewünschte und fragt schmunzelnd: "Wieso denn das? Was haben Sie damit gemacht?" "Das Wetter", meint die Frau und bedankt sich freundlich. Auch so funktioniert Prävention.

Quelle: RP
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