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Sonja Gerrath
Fenster und Außenwände sind Schwachpunkte

Hückeswagen. Etwa 160 Gebäude wurden in einer "Thermografie-Aktion "geröntgt". Auch Neubauten werden heute gerne kontrolliert. Von Udo Teifel

Hückeswagen 160 Immobilienbesitzer aus den Nordkreisstädten des Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreises nahmen an der Thermografie-Aktion des Energieversorgers BEW teil, die zusammen mit Partnern (Stadtwerke Rade, Sparkassen Wermelskirchen, Radevormwald/Hückeswagen, Kreissparkasse Köln) angeboten wurde. Sonja Gerrath, bei der BEW zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, zieht ein Resümee.

Welche Art von Immobilien wurden zur Prüfung von den Eigentümern angemeldet?

Gerrath Meistens fanden die Vor-Ort-Termine bei Ein- oder Zwei-Familienhäusern statt. Diese Gebäude machten etwa zwei Drittel aus. Das restliche Drittel waren Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte.

Wie alt waren die Immobilien?

Gerrath Objekte der 1960er, 1970er und 1980er Jahre wurden am häufigsten thermografiert. Mittlerweile gibt es aber auch einen Trend zur Thermografie von Neubauten oder sanierten Gebäuden, um die Maßnahmen an der Gebäudehülle zu kontrollieren.

Welche Schwächen wurden bei welchen Häusern entdeckt?

Gerrath Die meisten Schwachstellen sind bei der Außenwand und den Fenstern zu erkennen. Hier ist das Spektrum der Feinuntergliederung der Schwachstellen recht groß. Es ist nicht immer nur das Glas die größte Schwachstelle an den Fenstern. Undichte oder auch falsch eingestellte Fenster sehen wir auch sehr häufig. Bei Dachflächenfenstern dagegen ist die Einarbeitung des Fensters in die Dachhaut das Wichtigste. Erkannt wurden bei der Thermografie-Aktion häufig Undichtigkeiten, die auch der Dämmung und der Holzkonstruktion Schäden zufügen können.

Wie sieht es bei den Außenwänden aus?

Gerrath Bei den Außenwänden ist die Schwachstelle Nr. 1 nach wie vor die Heizkörpernische. An diesen Stellen ist die Wandstärke der Außenwand deutlich geringer und sorgt für einen größeren Wärmeübergang nach außen. Aber auch konstruktive Wärmebrücken wie zum Beispiel die Einbindung von Geschossdecken in das Außenmauerwerk, nicht isolierte Stahlbetonfensterstütze und schlechte Dachanschlüsse sahen wir recht häufig.

Was war besonders häufig ein Schwachpunkt?

Gerrath Ganz klar Fenster aus den 1960er, 1970er und 1980er Jahren. Hierbei gibt sogar der U-Wert des Fensters Aufschlüsse über die energetische Qualität. Die Thermografie unterstreicht dies dann noch. Und zudem auch die Außenwände älterer Gebäude.

Gibt es markante Probleme zum Beispiel eines Jahrzehnts?

Gerrath Laut meiner Erfahrung sind es mehrere Jahrzehnte - 1950er bis 1980er. Es sind auch diejenigen Jahrzehnte, in denen starker wirtschaftlicher Aufschwung stattfand und die Randgebiete der Städte gewachsen sind. Die damaligen Energiepreise spielten auch eine Rolle, so dass der Fokus für eine energiesparende Bauweise nicht besonders ausgeprägt war. Mit der Einführung der Wärmeschutzverordnung von 1977 wurde der Wandel eingeläutet.

Was kosten im Schnitt die Reparatur und/oder Sanierung?

Gerrath Hier wäre es unseriös, einen Betrag zu schätzen. Jedes Haus muss man individuell für sich betrachten. Die Wünsche und Gestaltungsmöglichkeiten der Kunden sind sehr komplex. Die Untersuchung bzw. die Erneuerung der Heizungsanlage sollte bei einer energetischen Sanierung ebenfalls beachtet werden. Hierbei sollte man den Ball den Energieberatern zuspielen.

Quelle: RP
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