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Hückeswagen
Frauenpower erliegt dem Charme von Prinz Heiko I.

Hückeswagen. Sie haben in den vergangenen Jahren alles versucht. Sie haben als Majestäten mit der Einverleibung Wipperfürths nach Hückeswagen gedroht. Von Unserem Karnevalskorrespondenten Stephan Büllesbach

Sie probierten es als flatterhafte "Eis-Heilige" mit Zuckerbrot und als finstere Waldschrate mit der Peitsche. Selbst, als sie - im närrischen Sinne des Wortes - Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hatten, konnten die Mit-Verteidiger aus Hückeswagen den Sturm auf das Wipperfürther Rathaus zu Weiberfastnacht nicht verhindern.

Gestern probierte die Delegation aus der Schloss-Stadt die neueste "Geheimwaffe" aus, um zusammen mit der Verwaltung der Hansestadt den blau-weißen und rot-weißen Narren den Einzug ins Rathaus von "Baulemanien" zu verwehren: mit reiner "Frauenpower". Bürgermeister-Sekretärin Monika Winter als finstere Piratin und die Tourismusbeauftragte der Stadt, Heike Rösner, als scheinbar harmloser Clown, hatten - nach den Blamagen der Vorjahre - dieses Mal ganz auf männliche Unterstützung verzichtet und den "Schloss-Herrn" Dietmar Persian kurzerhand in den närrischen Urlaub geschickt. Getreu dem Motto: Zwei Frauen alleine schaffen mehr, als wenn auch noch ein Kerl dabei ist. Der würde ohnehin den "Sirenen des Karnevals" - den Möhnen - keine Sekunde standhalten können. Allerdings fehlte dem Hückeswagener Duo die dritte Frau im Bunde: Kämmerin Isabel Bever war Opfer eines heimtückischen Grippe-Anschlags der Narrenzunft Neye geworden. Dieser Schachzug der Wipperfürther Profi-Jecken sollte sich letztlich als kluger Schachzug herausstellen.

Zwar zog das Amazonen-Duo zusammen mit den übrigen Verteidigern des Rathauses in die "Schlacht" und warf sich unerschrocken dem jecken Tross der Wipperfürther Narrenschar mit der Narrenzunft Neye und der KG Baulemann anno pief furchtlos entgegen. Doch wieder einmal erwiesen sich die Verteidiger, und auch die tapferen Hückeswagener, eher als zahnlose Tiger. Wurden sie doch von der Überzahl der "Angreifer" überrannt. Pünktlich um 10.11 Uhr war die Jecken-Allianz auf dem Marktplatz aufmarschiert, um sich des Rathauses zu bemächtigen. Vorläufig gestoppt wurde sie einmal mehr durch eine launige Rede von Wipperfürths Bürgermeister Michael von Rekowski. Doch großartig und längerfristig aufhalten konnte auch er die Narren auf dem Marktplatz nicht. Sie setzten gnadenlos zum entscheidenden Angriff an, kurze Zeit später war das Rathaus fest in Narren-Hand. Sie bemächtigten sich mehrerer Fässer Kölsch und etlicher belegter Brötchen.

Die Narrenzunft Neye hatte dabei eine weitere Geheimwaffe gezündet - in vorderster Front zog Prinz Heiko I. in den Kampf. Und dem Charme des Hückeswageners Heiko Altendorf konnten sich Monika Winter und Heike Rösner nicht widersetzen. Widerstandslos ließen sich Piratin und Clown bützen und den Prinz und seinen Tross passieren. Immerhin erwiesen sich die närrischen Angreifer einmal mehr als faire Gewinner - und ließen die Verteidiger der Verwaltungs-Hochburg mitfeiern. Sie ließen sich das nicht zweimal sagen, ist doch für so manchen Jeck das Kölsch der güldenste Schatz, den es zumindest im Rheinland geben soll. . .

Quelle: RP
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