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Hückeswagen
Gewalt gegen Frauen nimmt zu

Hückeswagen. Häusliche Gewalt kommt auch in Hückeswagener Familien vor und trifft keinesfalls nur die Frauen - das betonte jetzt die Gleichstellungsbeauftragte Susanne Röntgen im Sozialausschuss. So bat eine 82-jährige Frau um Hilfe, da sie von ihrem Mann geschlagen werde. Den Umzug in ein Kölner Frauenhaus lehnte sie jedoch ab. "Danach folgten fast täglich Anrufe", berichtete Susanne Röntgen von ihrer Arbeit.

Wie sich jedoch bei einem Einsatz während der Rufbereitschaft herausstellte, litt die Frau aufgrund einer beginnenden Demenz an Wahrnehmungsstörungen und reagierte aggressiv, was wiederum ihr Ehemann zu spüren bekam. Die Folge: Die Seniorin musste in einer stationären Institution untergebracht werden.

"Manchmal sind Frauen auch Täter", machte die Gleichstellungsbeauftrage mit diesem Beispiel deutlich. In den überwiegenden Fällen sei jedoch die Frau das Ziel von Gewalt. "Vermehrt tritt auch Gewalt gegen Migrantinnen auf", fügte sie hinzu. Daher sei der Abbau häuslicher Gewalt ein wichtiger Themenpunkt. Auslöser für Gewalt können Überlastung, finanzielle Krisen, Mobbing oder familiäre Probleme sein. "Jeder dritte Haushalt ist ein Single- oder Patchwork-Haushalt", betonte Röntgen.

Die Gleichstellungsbeauftragte ist Ansprechpartnerin für alle Hückeswagener, die Hilfe bei der Durchsetzung ihrer Rechte und Interesse benötigen. Egal ob bei der Gleichstellung im Beruf, dem beruflichen Wiedereinstieg, der Kinderbetreuung für Alleinerziehende oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: "Die Gleichstellungsarbeit spielt eine große Rolle", betonte Susanne Röntgen.

Sprechzeiten montags und mittwochs, jeweils von 9 bis 12 Uhr, Bürgerbüro, Bahnhofsplatz 14, Tel. 02192 88250.

(heka)
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