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Hückeswagen
Glühwein ist 2016 ein Sommer-Getränk

Hückeswagen. Die Hückeswagener Gastronomen haben es in diesem Sommer nicht gerade leicht: Die vielen Regentage halten die Gäste fern. Geklagt wird dennoch nicht. Von Heike Karsten

Glühwein wird nicht nur im Winter gerne getrunken. In diesem Jahr, in dem der Sommer nicht so recht in die Gänge kommen will und die wirklich heißen Tage bislang an einer Hand abzuzählen waren, war das nicht anders. "Unsere Gäste haben noch bis in den frühen Sommer hinein gerne mal einen Glühwein getrunken", berichtet Tanja Zolli vom Eiscafé "Friuli" am Bahnhofsplatz. "Im Juni konnte man nur an sechs Tagen draußen sitzen", fügt ihr Mitarbeiter Giorgio Gasparotto hinzu.

Auch wenn es mittlerweile schon einige heiße Sommertage gab: Die Eisdielen-Inhaberin freut sich über jeden weiteren Sonnenstrahl. Das Geschäft läuft trotzdem, wie Tanja Zolli sagt: "Bei schönem Wetter merkt man, dass die Leute alles nachholen wollen. Das ist bei den Fahrradfahrern genauso." Bruna Valenti vom gleichnamigen Eiscafé am Wilhelmplatz hat für die Gäste selbst in der eigentlich warmen Jahreszeit wärmende Decken und Stuhlkissen bereitliegen. "Dieser Sommer ist eine Katastrophe", klagt sie. Für ein längeres Gespräch hat die Gastronomin dennoch keine Zeit. Die Terrasse ist voll, auch wenn die Gäste lieber heiße Kaffee-Variationen als Eisbecher bestellen.

Stark abhängig vom Wetter ist auch Lorenz Mick, Pächter der "Zornigen Ameise" an der Bever-Talsperre. An sonnigen Wochenenden stehen die Gäste Schlange am Verkaufstresen. "Wenn es den ganzen Tag regnet, machen wir aber erst gar nicht auf. Dann setzt sich ja keiner hier hin", sagt Mick, dessen Tische und Stühle zwar überdacht sind, aber nunmal auf der Außenterrasse stehen. Und der idyllische Blick auf die Talsperre zieht halt auch bei Regen und Kühle nicht.

Gastronom Maik Wickesberg, der an der Bever-Talsperre den Campingplatz "Beverblick" und die gleichnamige Gaststätte betreibt, kennt seine Gäste. "Wenn das Wochenende mit Regen beginnt, bauen die Leute ihre Zelte ab. Ist der Freitag jedoch schön, dann macht ihnen auch ein Schauer am Samstag nichts aus", beschreibt er seine Beobachtungen. Die Vermietungen der Blockhütten betrifft das nicht. "Die haben Heizungen", sagt der Wirt.

Für das kommende Wochenende hat die Familie Wickesberg vorgesorgt: Am Samstag, 6. August, ab 12 Uhr, steigt die Party zum 20-jährigen Bestehen des "Beverblick" mit DJ und Live-Musik. "Es ist zwar eine Open-Air-Veranstaltung, wir werden aber vorsorglich zwei große Zelte aufbauen", kündigt Wickesberg an.

Über zu wenig Arbeit kann sich auch Ines Baumbach nicht beklagen. "Ein paar schöne Tage hatten wir ja", blickt die Eigentümerin der Gaststätte "Haus am See" und Platzwartin des Campingplatzes I in Käfernberg zurück. Jetzt in den Schulferien läuft auch der Bootsverleih. "Großeltern kommen mit den Enkelkindern zum Bootfahren. So wie es sich aufhellt, kommen die Leute", zeigt sie sich zufrieden. Durch die kalten Nächte seien zwar in diesem Sommer weniger Zeltgäste gekommen, "das gleicht sich in den Ferien aber wieder aus."

Nicht nur Regenwetter hält die Erholungssuchenden davon ab, an die Bever-Talsperre zu kommen. Bereits die Ankündigung reicht aus: "Wenn die Wetter-App des Handys Gewitter am Nachmittag voraussagt, kommt den ganzen Tag keiner", schildert Ines Baumbach ihre Erfahrungen. Dabei würden die Ansagen nicht immer stimmen. Dennoch hätten die Wetter-Apps die Gesellschaft und das Verhalten der Menschen extrem verändert.

"Pokémon werden aber immer und bei jedem Wetter gesammelt", fügt die Restaurantmeisterin lachend mit Blick auf das aktuell sehr stark nachgefragte Handy-Spiel für draußen hinzu. Ganz in der Nähe vom "Haus am See" ist einer der sogenannten PokeStop-Plätze, an denen Fans des angesagten Handyspiels "Pokémon Go" neue Bälle zum Fangen der virtuellen Taschenmonster erhalten.

Quelle: RP
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