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Hückeswagen
Jährliche Investitionen in Millionenhöhe

Hückeswagen: Jährliche Investitionen in Millionenhöhe
Die Firma Klingelnberg, Hückeswagens größter Arbeitgeber, am Standort Peterstraße aus der Vogelperspektive. FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Durch die derzeit niedrigen Rohstoffpreise weht für die Firma Klingelnberg ein rauer Wind. Dennoch wird weiter in großem Umfang investiert. In spätestens zwei Jahren will die Firma von den jetzigen Investitionen profitieren. Von Heike Karsten

Die Feierlichkeiten für die Jubilare am Freitagabend im Schützenhaus in Remscheid nahm Firmenchef Jan Klingelnberg zum Anlass, einen Rückblick auf das Jahr 2015 und einen Ausblick auf die kommenden Jahre zu werfen. "Es war insgesamt ein erfreuliches Jahr, in dem wir unseren Auftragseingang um 15 Prozent steigern konnten", gab sich Klingelnberg zufrieden. Kegelradmaschinen seien so viel verkauft worden wie nie und auch die Messmaschinen seien gut gelaufen. Mühsam hingegen sehe es für die Antriebstechnik aus. Hier wirkten sich die niedrigen Öl- und Gaspreise derzeit negativ auf die Auftragslage aus. Denn niedrige Rohstoffpreise machen alternative Antriebstechnik für erneuerbare Energiequellen weniger interessant. Betroffen hiervon ist unter anderem die Stirnradtechnik, die bei Windrädern zum Einsatz kommt. "In der Antriebstechnik wird der Wind weiterhin rau wehen. Wenn die Rohstoffpreise weiter niedrig bleiben, müssen wir uns anstrengen", sagte der Firmenchef voraus.

Mit Blick auf die 25 Jubilare des vergangenen Jahres, die dem Unternehmen bereits seit 25 und 40 Jahren die Treue halten, blickte Jan Klingelnberg zurück: "Der Umsatz der Firma hat sich von 1975 bis 1990 verdoppelt. Hätten wir die Märkte, die wir 1975 beliefert haben, nicht verändert, hätten wir 1990 nicht überlebt und wären pleite gegangen", betonte Klingelnberg. Die Produktpalette habe sich ständig verändert und die Mitarbeiter hätten diese Veränderungen mitgetragen und somit das Unternehmen zu neuen Erfolgen verholfen. "Das ist es, was das Unternehmen am Leben erhält." Seit 150 Jahren gelänge es der Firma Klingelnberg, neue Produkte zu entwickeln, herzustellen und gewinnbringend in die ganze Welt zu verkaufen. "Wir investieren in neue Produkte pro Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag. Ich gehe davon aus, dass wir Ende 2017 bis Anfang 2018 ernten können, was wir gesät haben", sagte Klingelnberg. Auch 2016 rechnet die Geschäftsführung mit einem ordentlichen Jahr sowie einigen neuen und - nach eigener Aussage - hochinteressanten Projekten. "Wenn es uns gelingt, diese Projekte zu gewinnen, dann sind wir damit 2016 und auch 2017 ausgelastet", kündigte der Firmenchef an. Bauliche Erweiterungen an den Firmengebäuden in Hückeswagen seien derzeit jedoch nicht geplant. Erst im vergangenen Jahr verkaufte die Firma 45.000 Quadratmeter Gewerbefläche im Industriegebiet Winterhagen-Scheideweg an die Stadt zurück. "Das ist eine gute Lösung für die Stadt und eine gute Lösung für uns", sagte Jan Klingelnberg im Gespräch mit der BM. Anstelle dessen habe das Unternehmen eine weitere Halle in Wermelskirchen gekauft. So ständen der Firma derzeit ausreichend Land und Gebäude zur Verfügung. Am Standort an der Peterstraße sei eine bauliche Erweiterung, aufgrund der Nähe zur Wupper, nicht möglich. "Wir werden aber weiter in Fertigungskapazitäten investieren, auch wenn diese Investitionen von außen nicht sichtbar sind", fügte der Firmenchef hinzu.

Zur Jubiläumsfeier war die gesamte viergeteilte Führungsspitze der Unternehmensgruppe anwesend, darunter neben Jan Klingelnberg (Chief Executive Officer, CEO), Christoph Küster (Chief Financial Office, CFO) und Dr. Hartmuth Müller (Chief Technical Officer, CTO) auch Martin Boelter, neuer Chief Operating Officer (COO) und zuständig für die Bereiche Produktion und Logistik.

Quelle: RP
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