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Rückblende Vor 85 Jahren
Katholische Schule am Kamp wird eingeweiht

Hückeswagen. hückeswagen Sie galt lange Zeit als die am modernsten konzipierte Schule in Hückeswagen, zurzeit steht die ehemalige Katholische Grundschule St. Katharina (KGS) jedoch im Abseits. Zusammen mit der ehemaligen Gemeinschafts-Grundschule Kölner Straße bildete sie seit August 2013 die Verbundschule; seit Jahresbeginn werden die Kinder der Löwen-Grundschule nur noch in der ehemaligen GGS unterrichtet. Was mit dem KGS-Gebäude passieren soll, ist noch nicht festgelegt. Von Franz Mostert

Am 3. Juni 1931 war der Tag der Einweihung des "Muster-Schulhauses", wie sich der damalige Bürgermeister Richard Leyhausen ausdrückte. Er nannte den "schönen Zweckbau als eine Zierde der Stadt." Die Bergische Volkszeitung, eine Vorgängerin der Bergischen Morgenpost, berichtete ausführlich: "Zunächst galt es, vom alten Schulhaus Abschied zu nehmen. Rektor Carl erinnerte an die 90-jährige Geschichte der katholischen Stadtschule an der Kölner Straße. Dann zog die Festgemeinde unter Vorantritt der Feuerwehrkapelle zum fahnengeschmückten Neubau am Kamp.

Als Erbauer der Schule übergab Architekt Professor Klotzbach die Schlüssel an den Bürgermeister. In die Reihe der Festredner reihten sich Geistlichkeit, Regierungs- und Kreisvertreter, am Bau beteiligte Handwerker und Vertreter der örtlichen Lehrerschaft ein. Mit dem Bau der neuen Schule ist nicht nur für katholische Schüler ausreichende Räumlichkeitsverhältnisse geschaffen worden, es profitiert auch die gesamte Hückeswagener Schullandschaft.

So zieht die Städtische Mittelschule nun in das frei gewordene Schulhaus an der Kölner Straße ein. Die dadurch wiederum frei gewordene Schule Brücke steht als Berufsschule zur Verfügung. Dadurch gelten die bereits über Jahrzehnte offenen Fragen in puncto schulische Räumlichkeiten als beantwortet. Die Baderäume im Souterrain der neuen Schule sollen auch allen anderen Schulen zur Verfügung stehen."

Einen Tag später, am 4. Juni 1931, bezog sich die Zeitung auf den Umzug des ersten und des zweiten Löschzugs der Freiwilligen Feuerwehr vom alten Gerätehaus am Alten Schulplatz an der Bongardstraße in das neue Domizil in dafür bestimmte Räume im linken Teil der neuen Katholischen Schule. "Nachdem der Umzug mit allen Gerätschaften vollzogen war, zogen die Stadtlöschzüge mit 34 Wehrleuten, den Brandmeistern und Branddirektor Breidenbach mit ,klingendem Spiel' der Feuerwehrkapelle zum neuen Gerätehaus. Der Branddirektor dankte vor der neuen Schule Herrn Bürgermeister Leyhausen, der stets die Belange der Wehr gefördert habe."

Im "Dritten Reich" wurde die Katholische Stadtschule in Horst-Wessel-Schule nach der NS-Größe umbenannt. Im Kriegsjahr 1944 war aus der Schule ein Wehrertüchtigungslager der HJ geworden, später als Lazarett eingerichtet und nach dem Krieg mit italienischen Kriegsgefangenen belegt. Noch lange Zeit, nachdem der Schulbetrieb wieder als Katholische Schule aufgenommen war, war der Tarnfarben-Anstrich als Relikt der letzten Kriegsmonate noch am gesamten Schulgebäude erkennbar.

Quelle: RP
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