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Hückeswagen
Können Kinder das Altstadtfest retten?

Hückeswagen: Können Kinder das Altstadtfest retten?
Louise und Julia beim gelungenen Altstadtfest 2014 mit dem Affen vom Bürgerbad. Um dem Fest die alte Originalität zurückzugeben, müssen wieder mehr Kinder - und sollen Privattrödler - wieder dafür begeistert werden. FOTO: jürgen moll (archiv)
Hückeswagen. Ein "Treffpunkt" ohne Charme und Flair: Vernichtend fiel das Urteil vieler Besucher über das 40. Altstadtfest 2015 aus. Nun hatte die Stadt die Bürger für Montag ins Schloss geladen, um Ideen für ein gelingendes Fest 2016 zu sammeln. Von Brigitte Neuschäfer

Groß war die Enttäuschung von Gästen und Standbetreibern über den "Treffpunkt Hückeswagen" 2015 gewesen. Am Montagabend war es nun an Monika Winter, enttäuscht zu sein: Die Sekretärin des Bürgermeisters gehört zu den engagierten Hauptinitiatoren des Altstadtfestes und will es gemeinsam mit möglichst vielen Mitstreitern schaffen, dem Traditionsfest wieder etwas von seinem alten Glanz zurückzugeben. Sie hatte deshalb gemeinsam mit Bürgermeister Dietmar Persian die Hückeswagener eingeladen, sich mit ihren Ideen einzubringen.

Doch abgesehen von weiteren Mitarbeitern der Stadtverwaltung. kamen weniger als zehn interessierte Bürger, allesamt Vertreter von Vereinen und Initiativen, die sich seit Jahren aktiv am Festgeschehen beteiligen, zum Gesprächsaustausch in den Ratssaal. Da war die Zahl der Ideen, wie der "Treffpunkt Hückeswagen" wieder zu dem werden kann, was er einmal war - das große Fest der Bürgerschaft im Jahresturnus - naturgemäß überschaubar. Zumal in allen Vereinen und Gruppierungen dasselbe Problem vorherrscht, wie deutlich wurde: Es finden sich immer weniger Helfer, die bereit sind, die Stände mit aufzubauen und für ein paar Stunden den Standdienst zu übernehmen. Alle wollen feiern, die Arbeit bleibt an vergleichsweise wenigen hängen.

In einem Punkt herrschte am Montagabend unter den Teilnehmern Einigkeit: Um dem Altstadtfest die alte Originalität zurückzugeben, müssen wieder mehr Privattrödler, vor allem auch Kinder, dafür begeistert werden, beim Fest mitzumachen. Auch auf der Marktstraße und im Island, also im Herzen des Festgeschehens, soll ihnen wieder deutlich mehr Platz eingeräumt werden. Und auch Kurzentschlossene sollen eine Chance haben, mittendrin dabei zu sein, ohne sich vorher angemeldet zu haben. Eingerichtet wird nun erstmals an den Festtagen am zweiten September-Wochenende ein "Infopunkt", so wurde jetzt beschlossen. Freiwillige werden von dort aus kleine Trödler darüber informieren, wo sie ihre Decken noch ausbreiten und ihren Trödel anbieten können. Mit Flyern soll in den Schulen um Kinder, die mitmachen wollen, geworben werden.

Änderungen wird es voraussichtlich auch im Bühnenprogramm geben, vor allem bei der Chor-Matinée am Sonntag. Außerdem wird den Sportvereinen mehr Raum für ihre Bühnen-Darbietungen eingeräumt. Auch die Plakat-Werbung im Vorfeld des Festes soll optimiert werden, um auch im Umfeld von Hückeswagen verstärkt auf den "Treffpunkt" aufmerksam zu machen.

Dass es nicht zuletzt die nach der Katastrophe von Duisburg verschärften Sicherheitsvorschriften für Großveranstaltungen sind, die das Flair des Festes beeinträchtigen, kam am Montagabend im Schloss ebenfalls zur Sprache. Kritisiert wurde zu viel Einsatz von Security-Kräften - und ihr bisweilen rüder Umgangston gegenüber Festgästen, der im Vorjahr manchen Standbetreibern und Besuchern übel aufgestoßen war. "Der Ton macht die Musik", hieß es. Darüber soll nun im Vorfeld des Festes mit den Sicherheitskräften gesprochen werden, sagte der Bürgermeister zu.

Bei der Stadt herrscht die Hoffnung vor, dass das Altstadtfest im September wieder optimaler läuft als im vorigen Jahr. Dietmar Persian appellierte letztlich an alle Hückeswagener: "Das Fest wird so gut, wie wir selbst es gemeinsam gestalten."

Quelle: RP
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