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Hückeswagen
Kommunales Integrationszentrum soll Aktivitäten in Kommunen vernetzen

Hückeswagen. Während das Kommunale Integrationszentrum in Gummersbach Konzepte erstellt, wird in der Schloss-Stadt schon längst gehandelt - und zwar erfolgreich. Von Heike Karsten

Mit dem Teilhabe- und Integrationsgesetz aus dem Jahr 2012 hat sich die Landesregierung dazu verpflichtet, die Integration in den Kommunen des Landes voranzutreiben. Die Kommunalen Integrationszentren (KI) sind dabei das Herzstück und sollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Integration vor Ort gelingt. Der Oberbergische Kreis ist der vorletzte Kreis, der eins von nunmehr 50 Kommunalen Integrationszentren eröffnet hat. Die Arbeit begann im August 2014.

Leiterin Suse Düring-Hesse stellte die Arbeit des KI nun im Sozialausschuss vor: "Konzepte gab es im Oberbergischen Kreis nicht, wohl aber verschiedene Aktivitäten. Daher war es unsere erste Aufgabe, ein Konzept sowie relevante Datenbanken und Statistiken zu erstellen." Das Positive: Es können Fördermittel in Anspruch genommen werden, um Integration zu fördern.

Das KI vernetzt integrationsrelevante Akteure in den Verwaltungen, bei den freien Trägern und in den Migranten-Selbstorganisationen. Besondere Bedeutung wird auf Integration durch Bildung gelegt. Dazu zählen eine interkulturelle Schulentwicklung mit Beratung von Schulen, Fortbildungen für Pädagogen sowie die Entwicklung geeigneter Lehr- und Lernmaterialien. Dabei wird der Übergang von der Schule in den Beruf und auf den Arbeitsmarkt nicht außer Acht gelassen. "Wir sind Ansprechpartner für die Kommunen, begleiten, vermitteln, beraten und stellen Kontakte her"erläuterte Düring-Hesse.

Auch ehrenamtliches Engagement wird gefördert, das in Hückeswagen positive Zahlen aufweist. "Wir haben derzeit 130 Ehrenamtler, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. Darauf sind wir sehr stolz", sagte Margareta Coenen von der Ehrenamtsinitiative "Weitblick".

Für diese hatte Suse Düring-Hesse im Ausschuss eine gute Nachricht in Form eines Flyers im Gepäck: Am 19. Juni bietet das KI im Fritz-Perls-Institut in Wefelsen an der Bever-Talsperre eine Schulung für ehrenamtlich Tätige zum Thema "Interkulturelle Orientierung" an. Im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturkreisen entstehen oftmals Schwierigkeiten, verstörende Situationen und Unzuverlässigkeiten. Die Schulung soll Anregungen geben, wie der Umgang mit Respekt und auf gleicher Augenhöhe gelingen kann.

Das Aufgabengebiet des KI ist groß und klang bei der Vorstellung noch sehr theoretisch. Hier lenkte Bürgermeister Dietmar Persian ein: "Es ist wichtig, dass Ihr Angebot auch an der Basis - nämlich den Kitas, Schulen, Lehrern und Erziehern - ankommt. Es ist ein Appell an Sie dafür zu sorgen, dass das funktioniert", sagte er an die Adresse der KI-Leiterin.

Denn das, was das KI in Gummersbach derzeit theoretisch ausarbeitet, funktioniert in Hückeswagen schon bestens. So berichtete Margareta Coenen von der erfolgreichen Arbeit des Flüchtlingsnetzwerks. Neueste Aktivität ist der angelegte Hochbeet-Garten an der Gerhart-Hauptmann-Straße (die BM berichtete). Auch der Kleidertreff im ehemaligen Bürgerbad-Restaurant wird sehr gut angenommen. "Es ist eine Begegnungsstätte. Daher wäre es schön, wenn mehr Hückeswagener zum Treff donnerstags zwischen 15 und 18 Uhr kommen würden", appellierte Coenen.

Anmeldung/Info zur Schulung "Interkulturelle Orientierung" am 19. Juni unter Tel. 02192 88400 (mittwochs, 10 bis 12 Uhr) im "Weitblick"-Büro oder per E-Mail an hueckeswagen@gemeinsam-in-oberberg.de.

Quelle: RP
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