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Hückeswagen
Kroker geht in Rente, Ehepaar übernimmt

Hückeswagen: Kroker geht in Rente, Ehepaar übernimmt
Bezirksschornsteinfeger Christian Kroker (links) übergibt an Sascha Kordes und dessen Frau Diana FOTO: P. Meuter
Hückeswagen. Der Wiehagener Bezirksschornsteinfegermeister Christian Kroker geht morgen in den Ruhestand. Sein Nachfolger heißt Sascha Kordes. Gemeinsam mit seiner Frau Diana und einem Gesellen ist er künftig für Teile von Hückeswagen und Radevormwald zuständig. Von Wolfgang Weitzdörfer

Für Christian Kroker, den bisherigen Bezirksschornsteinfeger für Teile von Radevormwald und Hückeswagen, ist die berufliche Laufbahn ab morgen zu Ende. Denn dann geht der Hückeswagener in Rente. Sein Nachfolger steht indes bereits fest: Der 39-jährige Sascha Kordes aus Engelskirchen, seit 2002 Schornsteinfegermeister, wird die Aufgaben Krokers übernehmen und für saubere Schlote, abgenommene Feuerstätten und richtig eingestellte Heizungsanlagen in beiden Städten sorgen. Zusammen mit seiner Frau Diana, ebenfalls seit 2002 Schornsteinfegermeisterin, und einem Gesellen, ist er ab dem 1. Juli offiziell in beiden Städten tätig.

Wohnen bleiben will das Ehepaar mit den beiden gemeinsamen Kindern indes in Engelskirchen. "Dort wohnen wir mit den Kindern und vielen Tieren sehr naturverbunden", sagt die 40-jährige Diana Kroker. "Wir haben bis zuletzt in Köln gearbeitet. Als dann die Stelle von Christian Kroker ausgeschrieben wurde, haben wir uns beide darauf beworben", sagt Sascha Kordes. Die Stellen als Bezirksschornsteinfeger werden immer dann ausgeschrieben, wenn ein Meister sieben Jahre im Dienst war - oder aus Altersgründen ausscheidet.

Die Stelle in Hückeswagen und Radevormwald sei für das Schornsteinfegerpaar ideal gewesen: "Wir wollten nach den Erfahrungen in der Großstadt unbedingt wieder im Ländlichen arbeiten", sagt Sascha Kordes. In der Domstadt haben die beiden Teile von drei Stadtteilen betreut. Dort sei es insgesamt viel anonymer zugegangen als auf dem Land: "Das liegt vielleicht auch daran, dass es in der Großstadt mehr Mieter und damit auch mehr Wechsel gibt und es allgemein hektischer zugeht. In der Kleinstadt wird man als Schornsteinfeger hingegen direkt angesprochen. Das ist sehr schön, weil die Menschen auch immer etwas Positives mit dem Schornsteinfeger verbinden", sagt Sascha Kordes.

Der Kontakt mit den Menschen sei auch das schönste Element seines Berufs, sagt der 39-Jährige und ergänzt lachend: "Außerdem habe ich mich als Kind schon gerne dreckig gemacht." Auch etwas, das für Schornsteinfeger auf dem Land verbreiteter als in der Stadt sei: "In der Stadt steht man weniger auf den Dächern und säubert die Schlote. Da geht es mehr ums Messen und Einstellen", sagt Sascha Kordes.

Kroker freut sich jetzt auf seinen neuen Lebensabschnitt: "Ich kann meinen Hobbies ausgiebiger frönen", sagt der passionierte Radrennfahrer zufrieden. Außerdem sei im Eigenheim auf Wiehagen über die vergangenen Jahre so manche Sache liegengeblieben. Kroker blickt zudem auf ein befriedigendes Berufsleben zurück: "Es bleiben vor allem die schönen Erlebnisse mit den Kunden hängen." Wenn man etwa zu einer Tasse Kaffee eingeladen wurde. "Oder auch mal zur Hochzeit", sagt Kroker.

Schließlich werde der Schornsteinfeger nach wie vor als Glücksbringer angesehen, was auch das Schornsteinfeger-Ehepaar bestätigen kann: "Wir werden regelmäßig angesprochen, wenn wir durch die Stadt gehen. Menschen sagen dann ein Gedicht auf oder wollen die goldenen Jackenknöpfe drehen. Und vor allem die Kinder freuen sich, wenn sie uns sehen", sagt Sascha Kordes. Für die hat er dann eine kleine Schornsteinfegerfigur aus Plastik parat - damit das Glück auch in der Hosentasche immer dabei ist.

Quelle: RP
 
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