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Hückeswagen
Lautes Gotteslob in voller Pfarrkirche

Hückeswagen: Lautes Gotteslob in voller Pfarrkirche
Der knapp 40-stimmige Chor "Joyful Gospels" zog das Publikum mit seinen Darbietungen in den Bann. FOTO: Schütz
Hückeswagen. Beim Konzert von "Joyful Gospels" am Samstagabend war die katholische Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt sehr gut gefüllt. Der Chor begeisterte mit seinem Programm "Bless The Lord". Von Wolfgang Weitzdörfer

So voll wie beim Konzert des Hückeswagener Chors "Joyful Gospels" am Samstagabend ist die katholische Pfarrkirche wohl sonst nur an Weihnachten. Und doch war es auch ein ganz besonderes musikalisches Gotteslob, das der knapp 40-stimmige Chor, traditionell in Schwarz mit den orange- und grünfarbigen, später bunten Schals gekleidet, mit seinem Programm "Bless The Lord" zum Besten gab. Und es war bestimmt nur zum Teil die Aura des Gotteshauses, die einem den einen oder anderen Ehrfurchtsschauer über den Rücken jagte.

Denn der Chor sang so glockenrein, so dynamisch-ausdrucksvoll und so voller Leidenschaft, dass bei diesem Klang selbst der größte Atheist zum Glauben hätte finden können. Gerade die Suite "Enter Into His Gate" aus der Gospelmesse von Helmut Jost, die mit sechs Stücken den vielumjubelten und eindrucksvoll dargebotenen Auftakt markierte, zeigte die Klasse, die die "Joyful Gospels" mittlerweile besitzen. Da saß jeder Ton, die Harmonien strahlten durch das Kirchenschiff und die Solistinnen Elisabeth Müller und Inka Weischet jubilierten in "Lord We Pray", "Holy Is The Lamb" und "Till We Meet You Again", dass es eine wahre Freude war.

Überaus souverän und mit jeder Menge Verve begleitet wurde das Ganze übrigens am Klavier von Valentin Ruckebier. Diese Messe war ein lautes Gotteslob, wie man es sich für eine so gut gefüllte Kirche wünscht. Gerade das Frohlocken in "Rejoice" tat einfach nur gut. Und auch der versöhnliche, der friedliche Abschluss der gut halbstündigen Suite, das zuversichtliche "Till I Meet You Again" mit den erwähnten Solo-Beiträgen sorgte für eben jene Zufriedenheit, die man sich doch immer von geistlicher Gesangskunst erhofft.

Und das funktionierte nicht nur auf Englisch - und eben nicht nur im scheinbar so bekannten und dadurch vielleicht schon ein wenig bieder wirkenden Gospel-Bereich, den man quasi im "Kumbaya-Modus" auch noch im Schlaf abrufen könnte. Gerade auch unbekannte und aus dem afrikanischen Kulturkreis stammende Gospels, etwa "Kaane Kameme" oder "Hamba kahle", die für Chor von Marcus Detterbeck arrangiert wurden, entwickelten in ihrer Rhythmik und Vielstimmigkeit eine ganz besondere Anziehungskraft.

Gleiches galt für Lieder wie "Bawo Thixo Somandla" aus Südafrika, bei dem Jörg Fidorra und Joachim Balling so kräftig auf die Trommeln schlugen, wie das Publikum danach in die Hände klatschte. So gehört sich richtiger Applaus. Und auch nicht-afrikanische Gospels wie "Invocation", das bei uns als "Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind" bekannt ist, oder "You Raise Me Up" und "Look At The World" bekamen ihren verdienten Applaus. Denn sie begeisterten, rissen mit und sorgten durchaus für den Impuls, einfach aufzustehen und ein wenig bei diesem Gotteslob mit zu tanzen.

Herrgott, so sprach man am Ende dieses mit anderthalb Stunden fast ein wenig zu kurzen musikalischen Gotteslobs durchaus ehrfürchtig vor sich hin, auch weil das ganze Publikum auf den Beinen war und applaudierte: Das hat dem lieben Gott jetzt bestimmt auch gefallen...

Quelle: RP
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