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Hückeswagen
Lebenskraft aus dem Glauben geschöpft

Hückeswagen. Dorothee und Wolfgang Mörike sind am morgigen Sonntag 50 Jahre miteinander verheiratet. Das Paar, dessen Lebensweg viele Parallelen aufweist, will seine Goldhochzeit mit der Familie, Verwandten und Freunden feiern. Von Franz Mostert

Als Dorothee Schulmann und Wolfgang Mörike zuerst vor dem Wipperfürther Standesbeamten und am 24. April 1966 in der alten Neuapostolischen Kirche auf dem Höchsten vernehmlich "Ja" zueinander gesagt hatten, schloss sich ein Ehebund für die Ewigkeit. Wolfgang Mörike, 1941 in Halle an der Saale geboren, und seine Hückeswagener Ehefrau (1948) konnten damals aber noch nicht ahnen, dass zum einen mit der Firma Klingelnberg, zum anderen mit diesem neuapostolischen Bekenntnis, zwei bis dato sehr ähnliche Lebenslinien zueinander führen sollten.

Der Weg des Hallensers ist eng mit der deutschen Nachkriegsgeschichte verbunden. Mörikes Vater stand nach den politischen Auseinendersetzungen im Zusammenhang mit den Arbeiteraufständen zum prägenden 17. Juni 1953 unter Beobachtung der DDR-Behörden. Nach der Flucht des Vaters in die Bundesrepublik und erster Einweisung in das Auffanglager Wipperfürth, konnten Frau und Sohn im Zuge der Familienzusammenführung nachkommen.

Noch in Wipperfürth den Rest der Volksschulzeit absolviert, ging Wolfgang Mörike als Werkzeugmacher-Auszubildender zu Klingelnberg an der Peterstraße in die Lehre. Er blieb seinem Metier treu und avancierte zwischen 1980 und 2000 zum "in aller Welt" herumgekommenen Monteur für Klingelnberg-Produkte. Nach Dorothee Mörikes Kindheit an der Bachstraße und der Kölner Straße, ihrer Schulzeit in der Evangelischen Volksschule, war es Hückeswagens größter Arbeitgeber, der sie zur kaufmännischen Angestellten ausbildete. Dann wechselte sie zeitweilig zu Bêché & Grohs und Haecker-Stahl. Die zweite Parallele: "Wir beide kommen aus neuapostolischen Familien, und das war und ist prägend", betont Dorothee Mörike. Die Mörikes waren als Flüchtlinge in der Hückeswagener Gemeinde gleich willkommen gewesen. Aus der Freundschaft Wolfgang Mörikes mit Peter Schulmann, dem Bruder seiner zukünftigen Frau, war dann der Funken auch auf diese übergesprungen. Das war 1964. Zwei Jahre später wurde Hochzeit gefeiert.

"Als 1972 Sohn Peter und 1975 Tochter Ute dazu kamen, war ich nur noch Mutter und Hausfrau", erzählt Dorothee Mörike. Erst 1988 stieg sie wieder ins Berufsleben im St.-Josef-Krankenhaus in Wipperfürth ein, "und das ging bis 2008".

Einen gemeinsamen 50-jährigen Weg der Eheleute Mörike aufzuzeichnen, wäre ohne ihr neuapostolisches Gottbekenntnis unvollkommen. Wolfgang Mörike stand letztlich 27 Jahre lang als Vorstand der Gemeinde mitverantwortlich vor. Bei allem ideellen Engagement des Ehepaars blieb aber auch Zeit für ihr Reise-Hobby.

"Wir haben viel von der Welt gesehen", schwärmen beide. "Aber jetzt freuen wir uns erst einmal auf unsere Goldhochzeit zusammen mit Kindern dazu zwei Enkeln, Verwandten und Freunden."

Quelle: RP
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