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Hückeswagen
"Mama mia" gibt jungen Müttern Starthilfe fürs Leben

Hückeswagen. Müttertreff neben den Räumen des Kinderschutzbundes feiert Zehnjähriges. Spenden werden ab August verdoppelt. Von Cristina Segovia-Buendía

Der Müttertreff "Mama Mia" hat Geburtstag. Das zehnjährige Bestehen des Präventionsprojektes soll Anfang September gefeiert werden, doch schon im August beginnt eine große Spendenaktion. Die Bethe-Stiftung hat sich bereit- erklärt, jede Spende, die von August bis Oktober auf das Konto des Kinderschutzbundes der Nachbarstadt für den Müttertreff eingeht, bis zu einem maximalen Betrag von 7500 Euro zu verdoppeln - Geld, das die soziale Einrichtung für ihren Fortbestand dringend benötigt.

Seit zehn Jahren kümmert sich Sozialpädagogin Annette Stevens gemeinsam mit ihrem einfühlsamen Team ehrenamtlicher Frauen um junge Mütter, deren soziales Umfeld sie alles andere als unterstützt.

"Zu uns kommen junge Mütter im Alter von 18 bis Mitte 20 mit ähnlich schwierigen Lebenssituationen", berichtet die Leiterin der Einrichtung. Fast alle seien alleinerziehend, haben keine abgeschlossene Ausbildung und leben vom Arbeitslosengeld. "In den meisten Fällen war eine Schwangerschaft nicht geplant." Auch der familiäre Rückhalt, der für unerfahrene, junge Mütter enorm wichtig ist, fehle. "Meistens mangelt es ihnen an einer intuitiven Elternschaft, an Gefühl dafür, was ihren Kindern fehlt oder was sie brauchen", erklärt Stevens. In ungezwungenen Gruppengesprächen, bei einer Tasse Kaffee, werden Themen rund um die Erziehungskompetenz besprochen. Auch Fragen zu Ernährung, Bewegung, Finanzen und Alltagsbewältigung werden besprochen. In dieser Zeit kümmern sich die ehrenamtlichen Kräfte um den Nachwuchs. Für die jungen Mütter sei dies eine enorme Entlastung.

Die Nachfrage ist seit zehn Jahren konstant. Bis zu acht Frauen sitzen täglich bei Stevens in der Einrichtung. "Verändert hat sich in den zehn Jahren nur die Länge. Früher sind die Mütter bis zu drei Jahren bei uns geblieben. Heute ist es, mit ein bis zwei Jahren, kürzer." Mit dem Ziel, diese jungen Mütter zum Wohle des Kindes zu unterstützen, rief Karl-Richard Ponsar, Vorsitzender des Remscheider Kinderschutzbundes, vor zehn Jahren, mit Hilfe von sechs weiteren Kooperationspartnern dieses Präventionsprojekt ins Leben.

Heute kümmert er sich überwiegend um die Spendenakquise. "In den ersten drei Jahren wurden wir finanziell noch von der Aktion Mensch unterstützt." Viermal statt dreimal die Woche fand das Angebot statt, einmal in der Woche wurde gemeinsam gekocht. "Davon mussten wir uns leider aus finanziellen Gründen trennen." 25 000 Euro jährlich braucht Ponsar, um das Angebot aufrecht zu erhalten - Geld, das allein durch Spenden zusammenkommt.

Pläne für die Zukunft des Müttertreffs oder einen Ausbau des Angebots macht Ponsar daher nicht: "Wir sind froh, wenn wir das, was wir haben, auch weiterhin halten und anbieten können."

Quelle: RP
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