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Hückeswagen
Mütter fordern Tempo 70 auf der B 237

Hückeswagen: Mütter fordern Tempo 70 auf der B 237
Die Einmündung der K 5 (l.) auf die B 237 in Westenbrücke: Zu Stoßzeiten staut sich der Verkehr auf der Kreisstraße. Weil dann so mancher Autofahrer ungeduldig wird und schnell abbiegen will, kommt es mitunter zu Unfällen. Laut Polizei und Straßenverkehrsamt haben die aber nichts mit der Geschwindigkeit zu tun. FOTO: Büllesbach
Hückeswagen. Der Unfall auf der B 237 in der Kurve zwischen Mühlenberg und Westenbrücke von voriger Woche, bei dem ein Autofahrer aufgrund unangepasster Geschwindigkeit gegen einen Baum gefahren war, hat zwei Mütter auf den Plan gerufen. Sie fordern, dass die Höchstgeschwindigkeit auf der Bundesstraße auf maximal 70 Kilometer in der Stunde begrenzt wird. Von Stephan Büllesbach

Die Spuren des Unfalls von Dienstagabend voriger Woche sind noch deutlich zu sehen: Ausgangs der Kurve in Mühlenberg zieht sich eine Bremsspur geradeaus Richtung eines Baums am Straßenrand, dessen Rinde im unteren Bereich abgeschält ist. Der Unfallfahrer, ein 23-jähriger Wipperfürther, hatte Glück gehabt und war unverletzt aus dem Auto gestiegen. Die Fahrerin eines entgegenkommenden Autos, mit dem der Wagen des Unfallverursachers ebenfalls kollidiert war, wurde leicht verletzt.

Doch es hätte schlimmer ausgehen können. "Mein Mann war um diese Uhrzeit mit dem Hund auf dem Gehweg unterwegs", erzählt Sonja Spieckermann, Anwohnerin von Mühlenberg. Immer wieder passierten Unfälle auf der Bundesstraße im Bereich von Mühlenberg und Westenbrücke, sagt sie. Zwar gebe es von offizieller Seite die Auskunft, der Bereich sei kein Unfallschwerpunkt. "Man kann hier aber jeden fragen, der bestätigt, dass das einer ist", betont Sonja Spieckermann, die sich für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Kilometer in der Stunde ausspricht.

Maximal erlaubt ist Tempo 100, wenn es die Witterungs- und Straßenverhältnisse erlauben. Was viele Autofahrer auch ausnutzen. Die Anwohnerin hat daher Angst, über den Rad-/Gehweg zu gehen. Ähnlich sieht das Tabea Fuhrmann. Sie begleitet ihre beiden acht und sechs Jahre alten Töchter jeden Morgen zur Schulbus-Haltestelle in Kobeshofen vor dem Autohaus Köhler. Sie beklagt, dass die Kinder häufig lange warten müssten, um die K 5 im Bereich der Einmündung zur Bundesstraße überqueren zu können. Die Autofahrer ließen sie dort nicht über die Straße. Sie fordert daher ein Warnschild, das auf Kinder, die die Fahrbahn überqueren, hinweist. "Viele Autos rasen dort um die Ecke. Die Kinder sind damit überfordert", sagt Tabea Fuhrmann.

Neben der Einmündung K 5 /B 237 hat Sonja Spieckermann eine weitere gefährliche Stelle auf der Bundesstraße festgestellt: Wenn in Mühlenberg vor allem Lkw in der Kurve auf das Gelände der Firma Käufer abbiegen, "hört man ständig das Quietschen von Reifen". Denn mitunter bemerken die Autofahrer dahinter den Abbremsvorgang erst in letzter Sekunde. Die Anwohnerin betont: "Es leuchtet nicht ein, warum hier nicht Tempo 70 eingerichtet werden kann."

Anordnen kann die Geschwindigkeitsbegrenzung nur das Straßenverkehrsamt in Gummersbach. Das ist aber zu der Feststellung gekommen, dass die B 237 im Bereich Mühlenberg /Westenbrücke kein Unfallschwerpunkt ist, wie Roland Kissau vom städtischen Ordnungsamt auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt. Die Anzahl und die Art der Unfälle rechtfertige nach Ansicht des Straßenverkehrsamtes keine Tempobegrenzung (s. Kasten und unten stehenden Bericht). Das unterstreicht auch Polizeisprecherin Monika Treutler: "Die Einmündung K 5 / B 237 ist kein Unfallhäufungspunkt. Allerdings war sie in den vorigen Jahren immer nahe dran."

Die Polizei würde für den Einmündungsbereich aber einen Kreisverkehr befürworten, versichert Monika Treutler. Der ist auch geplant, allerdings erst im Zuge des Baus der seit mehr als 40 Jahren geplanten äußeren Ortsumgehung von Westhofen über Grüne Straße und Posthäuschen bis Westenbrücke. Ob die tatsächlich realisiert wird, steht in den Sternen. "Die Unterlagen liegen bei der Bezirksregierung", sagt Bauamtsleiter Andreas Schröder. Der nächste Schritt sei ein Erörterungstermin mit denjenigen, die Einwendungen gegen die äußere Ortsumgehung vorgebracht hätten. Diesen Termin gibt es aber noch nicht - ebenso wenig wie den des möglichen Baubeginns. Auch wenn den der Landesbetrieb Straßen für 2017 ins Visier genommen hat.

Quelle: RP
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