| 00.00 Uhr

Hückeswagen
"Niklas" fegt über Hückeswagen hinweg

Hückeswagen: "Niklas" fegt über Hückeswagen hinweg
Umgestürzte Bäume an der Kleinberghauser Straße: Zeitweise musste die Strecke komplett gesperrt werden, damit Betriebshof, Feuerwehr und Fachfirma die Zweige und Äste fachgerecht entsorgen konnten. FOTO: büllesbach
Hückeswagen. Mit Sturmstärke zog am Dienstag ein Tiefdruckgebiet über das Bergische Land. Die Feuerwehr war über viele Stunden mit allen Einheiten im Einsatz, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu entfernen. Kurzzeitig gab es auch Sperrungen. Von Joachim Rüttgen

Das heftige Sturmtief "Niklas" ist gestern mit enormen Böen und mehr als 100 Stundenkilometern auch über Hückeswagen hinweggezogen. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten flächendeckend im gesamten Stadtgebiet und in vielen Außenortschaften alle Hände voll zu tun. Bis gestern Nachmittag rückten sie zu 15 Einsätzen raus. Die Einheiten Herweg, Holte und Straßweg waren im Dauereinsatz, ebenso der Löschzug Stadt. "Hier ist richtig was los. Wir sind im Minutentakt ausgerückt", sagte Stadtbrandinspektor Karsten Binder bereits am frühen Morgen.

Die ersten Einheiten wurden um 6.25 Uhr alarmiert. Die Löschgruppe Holte kümmerte sich auf der Kreisstraße 5 Richtung Posthäuschen um einen Baum, der auf die Straße gekippt war. Kurz vor 7 Uhr rückten die Kameraden der Löschgruppe Herweg aus: Dort war ein Gartenhäuschen auf die viel befahrene Bundesstraße 483 geweht worden. Nur wenige Minuten später folgte ein Alarm aus der Innenstadt: An der Weierbachstraße war ein Baum umgestürzt und hatte das Dach eines Hauses beschädigt. "Der Baum steht aber auf Privatgelände, da mussten wir nicht eingreifen", sagte Binder.

Die Zahl der Alarmierungen riss auch in der Folgezeit nicht ab: Die Hückeswagener Feuerwehrleute fuhren zu weiteren Einsätzen in Purd, Großberghausen, Kleinberghausen, an der Islandstraße, in Linde und in Reinsbach. Sie entfernten Bäume von Straßen, kümmerten sich um umherfliegende Äste und andere umhergewirbelte Gegenstände. Dabei gab es auch kurzzeitige Sperrungen.

In Neuenherweg war kurzzeitig der Strom ausgefallen, wie Mathias Wiemer, Prokurist der BEW Netze und Abteilungsleiter, mitteilte. Die Störung auf Wipperfürther Gebiet konnte von den Mitarbeitern aber schnell behoben werden. Die Kleinberghauser Straße musste zeitweise gesperrt werden, damit der Betriebshof und eine Fachfirma einige umgestürzte Bäume ungestört entfernen konnten.

Ab 7.40 Uhr war die Funkzentrale der Feuerwache an der Bachstraße mit drei Mann besetzt. "Alle eingehenden Anrufe wurden von dort aus koordiniert und gemanagt", sagte Binder. Die Kreisleitstelle in Gummersbach informierte die Hückeswagener nicht per Anruf über Schadensmeldungen, sondern per Fax. "Die Kollegen in der Hückeswagener Zentrale kümmerten sich um Telefonate, Funkmeldungen und Faxe und schickten die einzelnen Gruppen zu den Einsatzorten", berichtete der Feuerwehrchef.

Gestern kam so auch der Digitalfunk wieder erfolgreich zum Einsatz. "Bei so einer Flächenlage erreichen wir mit der neuen Technik eine größere Reichweite. Die Kreisleitstelle gab uns eine Funkgruppe, über die wir intern kommuniziert und die Einsätze abgehandelt haben", sagte Binder.

Bis zum Nachmittag gab es keine Meldungen über Verletzte; es blieb bei Sachschäden. Dafür flogen jedoch über Stunden gelbe Säcke durch die Luft, wirbelten Mülltonnen wie Streichhölzer umher - und auch Bauzäune hielten den Böen nicht stand. "An der Baustelle am Etapler Platz flog der Bauzaun ständig um", berichtete Binder.

Am Nachmittag richtete er seinen Blick erneut auf die Wetterprognose. Demnach sollte der Wind bis in die Nacht etwas abflauen. "Das Gröbste sollte durch sein", sagte er.

Für den Wald sah der Radevormwalder Revierförster Bernhard Priggel, der seinen Hückeswagener Kollegen Heiner Grüter vertritt, keine Probleme. "Da wird nicht viel passieren, abgesehen davon, dass vielleicht mal ein Baum umknickt", sagte er. Die Böden in den Wäldern auch in Hückeswagen seien zurzeit nicht völlig durchnässt, mithin hätten die Bäume noch eine hohe Standfestigkeit. "Ich rechne deshalb nicht mit so hohen Schäden", sagte Priggel. Der verheerende Orkan "Kyrill" am 18. Januar 2007 hatte deshalb für einen solch großen Schaden gesorgt, weil die Wurzeln der Bäume im wegen des tagelangen Regens zuvor aufgeweichten Boden keinen Halt mehr hatten.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hückeswagen: "Niklas" fegt über Hückeswagen hinweg


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.