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Hückeswagen
Per Aufzug durchs Museum in Ratssaal

Hückeswagen: Per Aufzug durchs Museum in Ratssaal
Der Eingangsbereich des Heimatmuseums wird sich deutlich verändern, sollte die Politik für einen Aufzug im Vorraum plädieren. Denn die Ausstellungsfläche würde sich verringern. FOTO: Stephan Büllesbach
Hückeswagen. Die Stadt muss einen zweiten Rettungsweg aus dem Ratssaal im Schloss schaffen. Die "Maximallösung" stellte die Verwaltung in dieser Woche im Bauausschuss vor. Sie wird auch maximale Kosten von etwa 900.000 Euro verursachen. Von Brigitte Neuschäfer

Mit einer Aufzugsanlage im Heimatmuseum könnte das Problem des noch fehlenden zweiten Rettungswegs aus dem Ratssaal im Schloss heraus gelöst werden. Dieter Klewinghaus stellte als Chef des Regionalen Gebäudemanagements die Pläne dafür und denkbare (aber wohl nicht umsetzbare) bauliche Alternativen am Montagabend erstmals im Bauausschuss vor. Einen Beschluss der Politiker dazu gab es noch nicht, sie werden nun erst einmal in den Fraktionen beraten.

Der Aufzug könnte im Eingangsbereich des Heimatmuseums eingebaut werden. Mit ihm würden Besucher zunächst bis auf die höher gelegene Ebene des Museumsaals fahren, der damit künftig auch ohne Treppenstufen erreichbar wäre. Weitere vom Aufzug angesteuerte Stationen wären dann die oberen Ebenen des Museums und damit eben auch der über dem Museumssaal liegende Ratssaal. Alle Räume wären damit barrierefrei erreichbar.

Parallel dazu denkt die Verwaltung darüber nach, im heutigen Garderobenbereich des Heimatmuseums behindertengerechte Toiletten zu bauen, die heute noch fehlen. Besucher von Veranstaltungen dort müssen bislang die öffentlichen Toiletten nutzen, die es im Haupttrakt des Schlosses gibt und die vom Schlosshof aus erreichbar sind.

Hausmeister Karl-Bernd Schlamm deutet auf ein Loch in der Museumswand -dahinter ist das Schlüsselloch der hinteren Tür zum Ratssaal verborgen. FOTO: Stephan Büllesbach

Der bauliche Aufwand im alten Gemäuer ist groß, wenn ein Aufzug eingebaut wird. Unter anderem muss eine Zwischendecke im Museum herausgerissen werden, und das Museum würde deutlich kleiner. Laut Klewinghaus schrumpft die Ausstellungsfläche um ein Drittel bis die Hälfte. Das heißt auch, dass für die Museumsexponate neue Räume gefunden werden müssen. Im Schloss bieten sich dafür keine Räumlichkeiten an. Das Heimatmuseum würde demnach entweder deutlich kleiner oder auf mehrere Standorte in der Stadt verteilt. Komplett erhalten bliebe aber der auch für öffentliche Veranstaltungen wie Konzerte genutzte Museumssaal.

Die Kosten für die von Klewinghaus sogenannte "Maximallösung" hat die Verwaltung noch nicht konkret ermittelt. Um sie im Haushaltsentwurf zu beziffern, stellte Klewinghaus eine Summe von zirka 900.000 Euro in den Raum. Darin enthalten seien auch Arbeiten zur notwendigen "Ertüchtigung" des Brandschutzes in den beiden Treppenhäusern im Schloss.

Auch die Treppenhäuser im Schloss - hier das zum Bürgermeister-Büro - müssen für den Brandschutz modernisiert werden. FOTO: Stephan Büllesbach

Voraussichtlich deutlich günstiger wären zwei andere Lösungen: der Bau einer Außentreppe, die vom Schlosshof aus in den Ratssaal führt oder der Bau einer solchen Treppe auf der Rückseite des Schlosses zum steil abfallenden Schlosshagen hin. "Dabei spielen die Denkmalschützer aber nicht mit, weil die Treppen die Optik der historischen Schlossfassade empfindlich stören würden", sagte Klewinghaus.

Ob sich die Politiker mehrheitlich zur "Maximallösung" durchringen können, wurde im Bauausschuss noch nicht offensichtlich. Die Vorschläge der Verwaltung wurden erst einmal zur Kenntnis genommen. Möglicherweise wird die Akzeptanz auch davon abhängen, ob die Stadt Fördermittel für den Aufzug in ihrem Baudenkmal bekommt, denn fast eine Million Euro für einen zweiten Rettungsweg aus dem Ratssaal heraus hat sie nicht. Die Investition müsste über neue Kredite finanziert werden.

Quelle: RP
 
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