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Hückeswagen
Rollstuhlfahrer bleiben im Museum draußen

Hückeswagen. Menschen mit Handicap bleibt der Zugang zum Heimatmuseum im Seitenflügel des Schlosses versperrt. Der Grund: Für alle, die im Rollstuhl sitzen oder die auf einen Rollator angewiesen sind, sind die vier Treppenstufen, die vom Eingangsbereich aus ins Foyer und den Museumssaal führen, unüberwindbar. Seit Jahren, spätestens seit der Renovierung des Museums 2013, ist das ein Thema - und seit Jahren wird keine konkrete Lösung gefunden. Es gibt nicht einmal eine politische Grundsatzentscheidung dazu, ob die Stadt nun Geld in einen barrierefreien Zugang investieren soll oder nicht. Daran änderte auch die erneute Diskussion am Dienstagabend im Bauausschuss nichts. Von Brigitte Neuschäfer

Dieter Klewinghaus, der Leiter des Regionalen Gebäudemanagements, präsentierte dort eine mögliche bauliche Lösung - die vor zweieinhalb Jahren schon einmal im selben Ausschuss vorgestellt und dann wieder zu den Akten gelegt worden war. Demnach wäre es möglich, die mittig gelegenen vier Stufen zum Foyer seitlich zu versetzen, daneben eine Hebebühne zu installieren und darauf einen Lift für Rollstühle. Knapp 20.000 Euro würde das kosten. Die preiswertere Alternative, statt des Lifts eine Rampe neben der kleinen Treppe anzulegen, ist laut Klewinghaus im Museum nicht möglich, weil dafür im kleinen Eingangsbereich der Platz fehlt. Nun soll die Verwaltung noch weitere technische Möglichkeiten prüfen, entschied der Ausschuss.

Damit geht der gesamte Vorgang erst einmal wieder zu den Akten. Bürgermeister Dietmar Persian bat zwar um eine Grundsatzentscheidung zu der Frage, ob nun Geld in einen barrierefreien Zugang investiert werden soll oder nicht, dieser Bitte folgten die Politiker aber nicht. Demnach wird es auch im neuen Haushaltsentwurf, den der Bürgermeister im Dezember in den Rat einbringen wird, keinen Haushaltsansatz für Hebebühne und Lift oder eine andere technische Einrichtung im Museum, die behinderten Menschen den Zutritt ermöglicht, geben.

Das dürfte nicht nur daran liegen, dass die von der Verwaltung nun schon zum zweiten Mal vorgeschlagene Lösung nicht überzeugt hat, wie aus dem Kommentar des Ausschussvorsitzenden Jörg von Polheim (FDP) deutlich wurde: "Unsere finanziellen Mittel sind begrenzt. Und wir müssen gut überlegen, wo wir sie am sinnvollsten einsetzen." Ob dies im Museum, dessen Saal auch für Schlosskonzerte und andere Veranstaltungen genutzt wird, der Fall ist, ließ von Polheim offen.

Für Rollstuhlfahrer und andere Gehbehinderte gilt beim Heimatmuseum deshalb weiterhin: "Wir müssen leider draußen bleiben."

Quelle: RP
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