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Hückeswagen
Sirenen für den Zivilschutz reaktivieren

Hückeswagen: Sirenen für den Zivilschutz reaktivieren
Vom Rathaus im Schloss alarmiert die Sirene (im Foto links zu erkennen) die Bevölkerung. Schon bald soll es ein neues System geben. FOTO: dörner (archiv)
Hückeswagen. Am ersten Samstag im Monat heulen auch die drei Sirenen in Hückeswagen. Früher alarmierten sie bei Notfällen, heute sind sie im Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr. Bald könnten sie ins allgemeine Notfallsystem eingebunden werden. Von Joachim Rüttgen und Wolfgang Scholl

Die flächendeckende Alarmierung der Bürger in Notfällen als Zivilschutz ist seit den Anschlägen auf das World Trade Centern in New York am 11. September 2001 wieder verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Mitte der 1990er Jahre hatten Land und Kommunen nach dem Auslaufen des Katastrophenschutz-Gesetzes den Sirenen in den Städten nur noch wenig Bedeutung gegeben.

"In den 1960er und 1979er Jahren, also zu Zeiten des Kalten Krieges, wurde der Katastrophenschutz noch hoch angesiedelt", sagt der Hückeswagener Feuerwehrchef Karsten Binder. Damals gab es in der Schloss-Stadt auch noch viele Sirenen, unter anderem in vielen Außenortschaften wie Holte, Straßweg, Westhofen oder Scheideweg. Heute sind es gerade einmal noch drei Sirenen, die für die Feuerwehr aktiv sind: in Wiehagen auf dem Gebäude der Sparkasse, in der Innenstadt auf dem Rathaus/Schloss und in Herweg neben dem Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr.

Diese Sirenen sind nach Angaben von Binder voll funktionstüchtig. "Sie werden von der Kreisleitstelle aktiviert und jeden ersten Samstag im Monat von 12.25 bis 12.30 Uhr getestet", berichtet Binder. Gerade älteren Hückeswagenern dürften solche Sirenen-Alarme noch ein Begriff sein. Im vergangenen Jahr hatte das Land mittels einer Verordnung den Kreisen und Kommunen Hilfen beim Aufbau eines neuen Alarmierungssystems zugesagt.

Am Montag, 13. April, gibt es nun ein Treffen zwischen Vertretern des Kreises und den 13 oberbergischen Kommunen, um über ein einheitliches System für Oberberg zu sprechen, berichtet Kreisdirektor Jochen Hagt. Er möchte in dem Koordinationsgespräch verschiedene Systeme ins Spiel bringen. Dazu gehören die Sirenen als vergleichsweise einfache und erprobte Technik, der Einsatz des Internets (auch durch eine App) und die Alarmierung durch Radio Berg (sogenannte Direktdurchsagen).

Ziel ist ein Rahmenvertrag, bei dem sich die Kommunen bedienen können, damit das wichtigste Ziel - die frühzeitige Information an die Bürger - erreicht wird. Hagt weist auf die gute Zusammenarbeit der professionellen und ehrenamtlichen Strukturen in Oberberg hin. Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und andere Organisationen wie Deutsches Rotes Kreuz oder DLRG übten regelmäßig dieses Zusammenspiel. In besonderen Notlagen wird im Notfallzentrum in Marienheide-Kotthausen ein Krisenstab eingerichtet, dem Jochen Hagt vorsteht.

Nach Angaben von Karsten Binder stehen die Gespräche über das neue Notfallsystem noch ganz am Anfang. Details sind auch ihm noch unbekannt. "Da will sich auch noch das Land NRW einschalten oder die Planung an die kreisfreien Städte abgeben, die dann eigene Konzepte erstellen können", sagt er. Die Idee mit der App fürs Smartphone werde im Bundesland Hessen bereits eingesetzt. Hier sei der direkte Kontakt mit Zusatzinformationen über eine Gefahrenlage möglich.

Aber Binder betont auch, dass der Kreis eine einheitliche Lösung für alle 13 Kommunen finden muss, die über die Leitstelle koordiniert wird. Viele Dinge seien zu beachten, so die Kosten, die Technik, die Unterhaltung und die Programmierung.

"Dann müsste es irgendwann zu einer Probephase kommen und schließlich zur Umsetzung in allen 13 Kommunen des Kreises", sagt er. Und vor allem solle das System flächendeckend funktionieren.

Quelle: RP
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