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Hückeswagen
Sommerferien mit dem Ball am Fuß

Sommerferien mit dem Ball am Fuß
Hückeswagen. Zum ersten Mal bietet der RSV Hückeswagen in Kooperation mit der Deutschen Fußball-Akademie ein Trainingscamp für Ferienkinder an. Neben Koordinationsübungen steht bis kommenden Freitag vor allem der Spaß im Vordergrund. Von Beate Wyglenda

Mit Vollgas dribbelt Silas Sankowski (12) mit dem Ball am Fuß rechts an dem vor ihm stehenden Hütchen vorbei. Dann geht's in die Mitte des Parcours. Abklatschen mit Jule-Sophie Kaps (9) und wieder zurück zum nächsten Hütchen. Die Neunjährige tut es Silas spiegelverkehrt gleich. Immer weiter, bis die ganze Reihe an Hütchen umlaufen ist. "Und jetzt Tempo", ruft Fußballtrainer Harald Heindrich von hinten. Sogleich laufen die Kinder mit dem Ball am Rand des Übungsparcours zurück, denn hinter ihnen kommt schon das nächste Duo angerast.

Trainiert wird auf dem Fußballplatz des RSV Hückeswagen. Fünf Tage lang absolvieren die Kinder und Jugendlichen zwischen fünf und zwölf Jahren hier ein spezielles Fußballcamp. Angeboten wird es von dem Hückeswagener Fußballverein. Es ist das erste seiner Art und hält für die Ferienkinder einige Höhepunkte bereit.

"Das Besondere ist, dass das Training von Trainern der Deutschen Fußball-Akademie (DFA) gestaltet wird, die weitergehende Übungseinheiten mit den Kindern durchführen können als es normalen Jugendtrainern möglich ist", sagt Michael Fredericq, sportlicher Leiter der Jugendabteilung beim RSV Hückeswagen. Im Vordergrund des Trainings stehen vor allem Koordinationsübungen. "Übungen fürs Köpfchen", betont Fredericq. "Die Kinder lernen, wie sie sich mit dem Ball bewegen müssen in Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen, bei schnellen Wendemanövern oder bei der Ballaufnahme."

Dafür bauen die Trainer der DFA, Harald Heidrich und Achim Nolen, immer wieder neue Hindernis-Bahnen auf. Mal müssen die Kinder mit dem Ball zwischen den Beinen geklemmt über Hürden springen, mal Slalom laufen, mal dürfen sie nur bestimmte Felder ansteuern. Und das ganze immer mit Tempo. Zwischendurch gibt es ein kleines Spielchen oder Torschusstraining. Gleich am zweiten Tag hatten die DFA-Trainer sogar etwas Besonderes mitgebracht: Ein Geschwindigkeitsmessgerät, damit die Kinder mal ihre Schusskraft prüfen können.

Und manche Kinder zeigen dabei wahrlich Talent. Jule-Sophie zum Beispiel. Das einzige Mädchen im Fußballcamp überzeugt nicht nur mit schnellen Beinen, sondern auch mit einer sehr schnellen Auffassungsgabe. "Das sollte gefördert werden", bemerkt der RSV-Vorsitzende Michael Steffens. Spaß mache das Camp auf jeden Fall, erklärt die Neunjährige. Nächstes Jahr will sie wiederkommen.

"Ein Knaller", wie Trainer Heidrich sagt, sei auch Colin Sporket. Er ist mit fünf Jahren der Jüngste unter den Kindern, hat aber einen Schuss drauf "wie ein ganz Großer".

Dabei spielen beide Kinder nicht im Verein. "Wir wollten mit dem Fußballcamp bewusst nicht nur Vereinsmitglieder ansprechen, sondern auch andere Kinder aus Hückeswagen und Umgebung, die einfach mal ausprobieren wollen, wie das Training so abläuft", erklärt Fredericq. "Es gibt viele Kinder, die bei den normalen Jugendtrainings oft am Spielfeldrand sitzen und zusehen. Die sind alle willkommen, vielleicht kommt ja Interesse auf."

Zumindest sei das Fußballcamp eine gute Ergänzung zu den übrigen Ferienmaßnahmen, sagt Organisatorin Ulrike Fredericq-Limperg. "Die Kinder sind an der frischen Luft, in Bewegung und sitzen eben nicht den ganzen Tag vor dem PC."

16 Kinder haben sich für das Camp angemeldet. Etwas mehr hätten es ruhig sein können, meinen die Organisatoren. Grundsätzlich aber, sagt Fredericq, sei das Training in solch kleinen Gruppen auch schön, da man die Kinder auf diese Weise viel intensiver betreuen und ihnen so letztlich auch mehr beibringen könne.

Die Kooperation mit der DFA will der Verein künftig ausbauen. So soll beim RSV ein Torwart-Stützpunkt errichtet werden, bei dem Torwarte verschiedener Vereine von den DFA-Trainern geschult werden.

Quelle: RP
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