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Gut Gemacht
Geburtstagsständchen der Realschul-Blechbläser

Hückeswagen. HÜCKESWAGEN Die Sonne strahlt vom Himmel, während im Garten von Harald Pflitsch in Radevormwald-Dahlerau fetziger Live-Jazz erklingt. Es ist ein nachträgliches Geburtstags- und Abschiedsständchen für den Unternehmer, der vor rund drei Monaten seinen 70. Geburtstag feierte, was mit seinem Abschied aus dem Traditionsunternehmen vom Mühlenweg verbunden war. Für das Geburtstagsständchen im Garten ist die achte Klasse der Realschule Hückeswagen zuständig, genauer gesagt: die Jugendlichen der Bläserklasse aus der Jahrgangsstufe acht, die extra mit ihrem Dirigenten, Musiklehrer Gerald Wasserfuhr, für den herbstlichen Auftritt in die Nachbarstadt gefahren sind. Es ist aber auch ein Dankeschön für eine Spende in Höhe von 11.541 Euro, die Pflitsch anstelle von Geburtstagsgeschenken zum 70. für das Berufskolleg Hückeswagen gesammelt hatte. Deswegen ist zum kleinen Herbstkonzert auch der Pädagogische Beirat des Berufskollegs, Dieter Schruff, gekommen. "Ich weiß, wie sehr Harald Pflitsch das Berufskolleg am Herzen liegt - neben seiner Ehefrau ist es wohl seine zweite große Leidenschaft", sagt der ehemalige Realschulleiter schmunzelnd. Im Berufskolleg sei man überwältigt und im positiven Sinne fassungslos gewesen, als die Höhe der Spende bekannt gegeben wurde. Schruff wendet sich dann direkt an Pflitsch: "Wir werden alles daran setzen, das viele Geld ganz in Ihrem Sinne für die Belange des Berufskollegs einzusetzen, damit die Schloss-Stadt auch in dieser Hinsicht weiterhin ein liebens- und lebenswerter Ort für junge Menschen ist und bleibt."

Harald und Marie-Luise Pflitsch, Dieter Schruff und die anderen Gäste im Garten sind begeistert von der Leidenschaft und dem "Drive", den die jungen Musiker bei Stücken wie "Locomotion", "Alley Cat", "Superkalifragilistisch" oder "I will follow him" an den Tag legen. Die Nachwuchsmusiker lassen sich auch von teils kräftigen Windböen nicht aus der Ruhe bringen, die immer wieder die Noten durcheinanderwirbeln. Die etwa 30 Jugendlichen spielen erst seit knapp drei Jahren zusammen, berichtet Wasserfuhr. "Davor hatten sie ihr Instrument noch nie in der Hand gehalten." Für die Achtklässler sei das kleine Konzert in Radevormwald eine willkommene Gelegenheit, auf einer Bühne zu stehen. "Wir spielen jetzt einfach weiter, bis Sie uns sagen, dass Sie genug haben", ergänzt der Musiklehrer schmunzelnd und setzt sich wieder hinter das Schlagzeug, das sonst von seinem Sohn Roman bedient wird.

Harald Pflitsch freut sich sichtlich über den musikalischen Gruß des Blasorchesters: "Ihr spielt hier vor unserem Gästehaus. Die Möbel, die hier stehen, sind noch von meinem Großvater", erzählt er, und seine Frau ergänzt: "Wir danken Euch sehr, dass Ihr Euch heute Zeit genommen habt, um zu uns zu kommen und für uns zu spielen." Im Anschluss an das kleine Konzert, das mit allerlei bekannten Melodien wie "Brazil", der Titelmelodie der "Familie Feuerstein" oder dem knackig dargebotenen "Let's Rock!" gespickt ist und die ganze Nachbarschaft mit unterhält, warten auf die Nachwuchs-Jazzer Ballen und Getränke als Belohnung.

WOLFGANG WEITZDÖRFER

Quelle: RP
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