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Brauchtum
Heiko Altendorf darf "eenmol Prinz sin"

Hückeswagen. WIPPERFÜRTH/HÜCKESWAGEN Schlechte Erfahrungen kann die Narrenzunft Neye aus Wipperfürth vor zwei Jahren nicht gemacht haben, als das gesamte Dreigestirn aus Hückeswagenern bestand. In der kommenden Session wird mit Heiko Altendorf erneut ein Schloss-Städter die Narren der Nachbarstadt regieren. Dem 38-Jährigen zur Seite stehen Ralf Kiesewetter (49) als Bauer und Reinhard Barzog (53) als Jungfrau - immerhin diese zwei kommen aus der bergischen Karnevalshochburg. Im Pressegespräch bewiesen die künftigen Tollitäten bereits eine Menge Humor und ihre Affinität zum Karneval. Während die beiden Wipperfürther schon viele Jahre Mitglied der Narrenzunft sind, lässt der Hückeswagener das Vereinsleben locker auf sich zukommen. "Bisher war ich nur Nutznießer des Karnevals und habe mich mit Bonbons und Pralinen berieseln lassen", gesteht er lachend. Zurzeit studiert das Dreigestirn ein gemeinsames Lied für seine 80 bis 90 Auftritte in der Session ein. "Unsere Gesangsqualitäten sind grausam", kündigte Bauer Ralf sicherheitshalber schon einmal an.

Narrenzunft-Präsident Bernd Köllner berichtete, wie schwierig die Suche nach einem Dreigestirn oder Prinzenpaar geworden ist. "Viele fürchten sich vor den Kosten, dabei steuert der Verein viel bei. Wir werden im nächsten Jahr vorbeugen und aufklären", kündigte er an und fügte hinzu: "In Zukunft wird es sicherlich auch Tollitäten aus anderen Städten geben."

Bauer Ralf ist schon bestens vorbereitet auf die Aufgaben des Dreigestirns, bekleidete doch sein Schwiegervater Winfried Kools im vergangenen Jahr das Amt des Bauern. Nun tritt er in dessen Fußstapfen. "Die Idee kam von meiner Frau. Sie hat mich angemeldet", erzählte Kiesewetter. Auch Jungfrau Reinhild wird von der Partnerin unterstützt. "Die Zeit dafür war jetzt einfach mal gekommen", versicherte Reinhard Barzog.

Heiko I., der zu seinem Prinzentitel durch seinen Freund Ralf Kiesewetter gekommen ist, ist dagegen Single: "Ich musste das nur mit meinem Spiegelbild ausmachen", erzählte der Hückeswagener lachend. Nach einer Woche Bedenkzeit sagte er zu. Als DLRG-Mitglied im Führungsdienst des Landesverbands hat der 38-jährige IT-Administrator ausreichend Präsenz und Erfahrung, um auch auf der Bühne und vor großer Menschenmenge Reden zu halten. "Vielleicht werden die ersten Termine etwas holprig, aber die Drei bekommen vorher noch einen Crashkursus", sagte Köllner und verwies damit auf die Unterstützung durch den Verein.

Einer der ersten Termine ist die Anprobe der Kostüme. "Was bei der Jungfrau an Stoff rauskommt, muss bei den anderen beiden Kostümen wieder rein", meinte Bauer Ralf lachend mit Blick auf die unterschiedlich großen Bauchumfänge des Trios. Das Motto für die kommende Session steht auch schon fest und nimmt Bezug auf die teils heftigen Diskussionen zum Umbau der Wipperfürther Innenstadt: "Lasst Spaß und Frohsinn nun verbreiten und nicht um Stadtsanierung streiten." HEIKE KARSTEN

Quelle: RP
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