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Ferienaktion
Jonas Schnabel ist der "Boss" vom Kinderdorf

Ferienaktion: Jonas Schnabel ist der "Boss" vom Kinderdorf
Haben jetzt die "Gewalt" über das Kinderdorf 2017: Bürgermeister Jonas Schnabel und seine Stellvertreterin Eva Jeschke mit dem originalen Stadtschlüssel der Stadt Hückeswagen. FOTO: Moll
Hückeswagen. HÜCKESWAGEN Es ist wie im Erwachsenenleben: Viele Unterstützer im Wahlkampf zu haben, ist durchaus von Vorteil. Jonas Schnabel hat sie offensichtlich gehabt. 13 Kinder hatten am Dienstag für das Amt des Kinderdorf-Bürgermeisters kandidiert, nach Auszählung der Stimmen stand der Zwölfjährige als Sieger fest. Bei der Verkündung gestern Morgen erhielt der Hückeswagener einen Riesenapplaus von seinen Wählern. Woraus der Wahlerfolg resultierte, wusste Jonas selbst nicht so genau: "Ich bin mir nicht ganz sicher, aber vielleicht wurde ich gewählt, weil ich so viele Ideen für das Kinderdorf habe", sagte der neue Kinder-Bürgermeister, der schon mehrere Male an dem Ferienprojekt im und am Jugendzentrum teilgenommen hat. Auf seinem Wahlplakat hatte der Schüler des Wipperfürther St.-Angela-Gymnasiums angekündigt, sich für die Gründung einer Polizei, die Einrichtung eines Fundbüros und einer Wunschbox sowie zwei steuerbefreite Tage einsetzen zu wollen. Ebenso versprach Jonas, eine Party mit kostenfreien Essen und Snacks steigen zu lassen.

Von der Stadtverwaltung waren Torsten Kemper und Monika Winter ins Kinderdorf gekommen, um den neuen Bürgermeister zu küren und ihm die Kette mit Stadtwappen und den Stadtschlüssel zu überreichen. Eine Urkunde erhielt auch Eva Jeschke, die als Stellvertreterin von Jonas Schnabel gewählt wurde. "Ich werde ihn, so gut ich kann, unterstützen", versicherte die Elfjährige.

Gleich nach der Verkündung des Wahlergebnisses wurde die konstituierende Sitzung mit den Bürgermeisterkandidaten, die nun den Kinderdorfrat bilden, einberufen. Die beiden Stadtvertreter waren bestens vorbereitet und hatten für jedes Kind eine Verpflichtungserklärung mitgebracht, die unterzeichnet werden musste. "Ich verpflichte mich, dass ich meine Aufgaben nach bestem Wissen und Können wahrnehmen und meine Pflichten zum Wohle des Kinderdorfs Hückeswagen erfüllen werden", lautete der Text. Danach wurden die ersten Ideen vorgetragen und über deren Umsetzungsmöglichkeiten diskutiert.

Die Einrichtung einer Polizei stand dabei ganz oben auf der Prioritätenliste. Als Bestrafung für Vergehen sollen Juze-Talern, so heißt die Währung im Kinderdorf, fällig werden. "Die Nähwerkstatt könnte auch ein Polizeiwappen nähen", trug Jonas eine weitere Idee bei.

Mit Skepsis nahm Kemper den Vorschlag auf, zwei steuerfreie Tage im Kinderdorf einzuführen. "Man muss immer sehen, dass genug Geld da ist, um die Wünsche der Bürger umzusetzen", gab er zu bedenken. Einstimmig sprachen sich die jungen Ratsmitglieder für eine Disco am vorletzten Tag aus. "Vielleicht kann man Eintritt nehmen", nannte Finnja eine Lösung für den Ausgleich des Finanzhaushalts im Kinderdorf.

An der Umsetzung der Ideen werden der Bürgermeister und die Dorfräte nun täglich arbeiten. In der Dankesrede gab sich Jonas überzeugend optimistisch: "Ich verspreche, alles zu tun, damit es das beste Kinderdorf der letzten Jahre wird", sagte der frisch gewählte Bürgermeister.

HEIKE KARSTEN

Quelle: RP
 
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