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Hückeswagen
Wildblumen auf Testflächen eingesät

Hückeswagen: Wildblumen auf Testflächen eingesät
Auf solche Baumscheiben wie am Fürstenberg will der Bauhof testweise Sedum-Sprossen einsäen, die normalerweise bei einer Dachbegrünung zum Einsatz kommen. FOTO: rüttgen
Hückeswagen. Der Bauhof will die Pflege städtischer Grünflächen optimieren. Mittlerweile wurden zwei Flächen angelegt: im Stadtpark und im Brunsbachtal, teilt der Leiter Magnus Bernhardt mit. Mitte Juni könnte es bei gutem Wetter reichlich blühen. Von Joachim Rüttgen

Die Schloss-Stadt soll schöner werden - und gleichzeitig die Pflege städtischer Grünflächen optimiert werden, damit mehr Zeit bleibt, um die anderen Flächen zu pflegen. Bauhofleiter Magnus Bernhardt setzt nun seine im Februar im Bauausschuss vorgestellten farbenfrohen Pläne um und lässt auf zwei Testflächen in Hückeswagen Wildblumenwiesen und Wildstauden einsäen.

"Wir haben im Stadtpark eine Fläche gefunden, die sich links und rechts neben dem Trampelpfad befindet", sagt Bernhardt. Ein zweites Areal befindet sich an der Zufahrt ins Brunsbachtal Richtung Bürgerbad. "Die Grünfläche auf der rechten Seite halten wir für optimal, um einen Test zu starten", sagt er. Vor knapp zwei Wochen seien die Flächen gefräst und eingesät worden, bis Mitte Juni rechnet Bernhardt damit, dass es bunt und vielfältig blühen wird. "Zurzeit haben wir dafür perfektes Wetter", sagt er.

Die Testphase komme nun langsam ins Rollen, er sei aber immer auf der Suche nach weiteren Flächen (wie zum Beispiel in den Wupperauen), schließlich könne die Kommune angesichts der angespannten Haushaltslage immer weniger Geld für die Unterhaltung von Grün- und Parkanlagen zur Verfügung stellen.

Im Bauausschuss im Februar hatte der Leiter des Bauhofs sein Ziel konkret formuliert: funktionale, gestalterisch ansprechende und verkehrssichere Anlagen mit möglichst geringem Pflegeaufwand er- und unterhalten. Dazu gehören für Bernhardt auch außergewöhnliche Ideen: So möchte er an einigen Stellen im Stadtgebiet sogenannte Sedum-Sprossen säen, die normalerweise bei einer Dachbegrünung zum Einsatz kommen. "Vorteil ist, dass diese Sprossen wenig Aufbaustärke benötigen und nicht auf 20 Zentimeter Mutterboden angewiesen sind", erklärte er. Auf einem Dach würden sich solche Sprossen mit drei bis vier Zentimeter Substrat pudelwohl fühlen. Auch extremes Wetter wie Starkregen oder starke Sonnenstrahlung seien kein Problem. "Also sind diese Sprossen auch prädestiniert für Baumscheiben. Dort sind die Wurzeln nur oberflächlich angesiedelt, was es schwierig macht, irgendwas zum Wachsen zu bringen", sagt Bernhardt. Ende des Monats werde eine Probefläche im Gebiet Fürstenberg angelegt. Wenn es sich bewährt, wäre das eine gute und praktische Lösung. Diese Sprossen lassen einen moosähnlichen Teppich entstehen, sind also flachwachsend. "Es gibt verschiedene Spielarten mit unterschiedlichen Höhen, ich bin im Gespräch mit diversen Herstellern", sagt Bernhardt. Auf jeden Fall erfüllen die Sprossen ein wichtiges Ziel des neuen Bauhofleiters: Sie sind wenig pflegeaufwendig. Auf einem Dach hätte man schließlich auch kaum eine Möglichkeit, an die Grünflächen heranzukommen.

Ein Problem an der Diskussion um städtische Grünflächen hat Bernhardt mittlerweile aber auch erkannt: "Gar keine Pflege gibt es nicht, da müssten wir schon asphaltieren, eine gewisse Pflege wird es also immer geben müssen", sagt er. Deshalb sei das Projekt, das jetzt angestoßen werde, auch auf Jahre hin angelegt und könne nicht kurzfristig betrachtet werden. Zusammen mit Andreas Schröder und Anja Kölsch vom Bauamt werde immer nach neuen Testflächen gesucht.

Quelle: RP
 
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