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Hünxe
Neun Monate Gefängnis wegen Geldwaschtrick

Hünxe. Mit einem dreisten Trick hatte ein 32-jähriger Oberhausener im Juni 2015 einen Geschäftsmann aus Hünxe herein legen wollen: Der Mann müsse nur eine Decodierungsflüssigkeit kaufen, um geschwärzte Geldscheine in gültige Zahlungsmittel zu verwandeln. Doch der Zeuge schaltete die Polizei ein. Für den 32-jährigen Oberhausener ging die Sache gestern vor dem Landgericht Duisburg schlecht aus, der Mann muss ins Gefängnis.

Das Beinahe-Opfer des Betruges, ein Pferdehofbesitzer und internationaler Sachverständiger für Pferdezucht, war zunächst auf die Offerten des Angeklagten und seines rechtskräftig zu sechs Monaten mit Bewährung verurteilten Mittäters eingegangen. Die hatten ihm vorgemacht, sie könnten vier bis fünf Millionen Euro investieren. Leider stamme das Geld aus Gabun und sei aus Sicherheitsgründen in bar, aber eben unbrauchbar gemacht, transportiert worden. Man fuhr nach Brüssel, um die Koffer mit den Scheinen aus einem Hotel zu holen. Und die Täter hatten demonstriert, wie man aus den pechschwarzen Lappen mit Hilfe der Flüssigkeit und eines Stücks Aluminiumfolie wieder echtes Geld machen könne. Was natürlich nur ein billiger Trick war, bei dem neun schwarze Zettel in einem unbeobachteten Moment gegen neun echte Hundert-Euro-Scheine ausgetauscht wurden. In Polizei- und Justizkreisen läuft das unter dem Titel "Wash-Wash".

Für die geheimnisvolle Decodierungsflüssigkeit sollte der Hünxer 87 000 Euro zahlen. Was dem zu viel war. Man einigte sich auf 50 000 Euro. Doch bei der für den nächsten Tag vereinbarten Übergabe auf dem Pferdehof wartete schon die Polizei, die der Zeuge inzwischen benachrichtigt hatte.

Obwohl der 32-Jährige zahlreich vorbestraft war und schon mehrfach hinter Gittern saß, hatte das Amtsgericht Dinslaken eine neunmonatige Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft zog dagegen in Berufung, das Landgericht hob das Urteil gestern auf. Nun muss der Oberhausener für neun Monate ins Gefängnis.

(bm)
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