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Kamp-Lintfort
90 Schüler singen vom Affen Fritz

Kamp-Lintfort. Das Stück "Terz im Tierpark" bildete den Abschluss des Kinder- und Jugendmusikfestivals Kloster Klamp. Aufgeführt wurde es von den Drittklässlern der Kamp-Lintforter Ebertschule, die ihre 400 Zuschauer begeisterten. Von Peter Gottschlich

Die Ebertschule ist eine Multikulti-Schule. Die Eltern und Großeltern der Kinder kommen aus verschiedenen Ländern. Dazu lernen dort Behinderte und Nicht-Behinderte zusammen. Gibt es eine Grundschule, die besser zum diesjährigen Motto des Kinder- und Jugendmusikfestivals Kloster Kamp passt? Dieses lautet: "Nur Musik hat die Macht, Brücken über Grenzen hinweg zu bauen." Schließlich führte die Ebertschule schon vor 25 Jahre die Inklusion ein, als einer der ersten Schulen am Niederrhein. So wurde sie von Jeanette von der Leyen, der Koordinatorin des Kindermusikfestival, ausgesucht, beim neunten Festival mit dabei zu sein.

Während der letzten Woche übten 90 Drittklässler das Musikstück "Terz im Tierpark" ein, um es als Familienkonzert in der Stadthalle zu zeigen und damit Menschen über alle Grenzen hinweg zu verbinden.

Autor Jörg Lengersdorf, der Cellist und Dozent an der Folkwang-Universität in Essen ist, erzählt die Geschichte des Affen Fritz. Der ist ein Langschläfer. Selbst eine Elefantenhorde kann ihn nicht wecken, in der Kinder Rasseln rütteln, Triangeln schlagen oder Saxofon spielen. Der Affe träumt einfach zu fest von Orangen und Äpfeln, Nüssen und Fenchel, die er als Gaumenfreude genießen will. Nur an grüne Bananen will er nicht denken, die es ständig im Kamp-Lintforter Zoo zum Essen gibt.

"Bananen wie diese, nerven mich schon lange Zeit, Bananen wie diese, bin ich wirklich Leid", singen 90 Kinder zur Melodie des Songs "An Tagen wie diesen" von den Toten Hosen. Dabei werden sie begleitet von Eike Sax am Saxofon, von Kai Schumacher am Klavier und von Peter Härtel am Schlagzeug. Auch die anderen Lieder des Familienkonzertes sind bekannte Songs aus Jazz, Rock und Pop, die neue Verse erhielten.

Der Affe Fritz aktiviert Affenfreunde, die ihm ein Päckchen mit Äpfel und Orangen, Nüssen und Fenchel schicken sollen. Doch dieses Päckchen geht verloren.

So beginnt er mit dem Nashorn Hippolyt eine Reise zu anderen Tieren, um es suchen, beispielsweise zu Quallen und Spinnen. Schließlich hilft ein weiser Uhu dem Affen Fritz und dem Nashorn Hippolyt, das Päckchen zu finden.

Die 400 Zuschauer, die zum großen Teil Geschwister, Eltern und Großeltern der 90 jungen Sänger waren, zeigten sich begeistert, als das Stück nach einer Stunde zu Ende ging.

Außerdem gaben sie mehrfach Szenenapplaus und klatschten bei Liedern mit. "Ich bin von der Leistung der Kinder fasziniert", freute sich zum Beispiel Ulrike Plitt, die Mitglied im Kultur- und Bildungsausschusses ist. "Sie ist bedeutend für die Inklusion. Von den 90 Kindern, die auf der Bühne aktiv sind, haben 17 eine Beeinträchtigung. Davon habe ich nichts gemerkt", sagt Ulrike Plitt.

Das neunte Kinder- und Jugendmusikfestival ging mit dem Stück in Kamp-Lintfort zu Ende. Gestartet war es vor drei Wochen. Die Rheinberger Europaschüler übten das Musical "Reset" ein und führten es auf. Vor eineinhalb Wochen ging es in Neukirchen-Vluyn weiter. Ein Cello stellte Grundschülern seine bewegte Lebensgeschichte vor.

Da das Festival nicht durch die öffentliche Hand gefördert wird, ist es ohne Sponsoren nicht denkbar, besonders nicht der freie Eintritt.

Sponsoren sind die Volksbank Niederrhein, die Stadtwerke Kamp-Lintfort, die Hamburger Stahlberg Stiftung, die Bürgerstiftung Neukirchen-Vluyn und der Freundeskreis des Festivals "Grancino".

Die Sponsoren engagieren sich auch beim Kammermusikfestival Kloster Kamp, das vom 2. bis 9. August zum zwölften Mal zu erleben ist. Ende Mai wird das Programm bekannt gegeben. Dann beginnt auch der Kartenverkauf.

Quelle: RP
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