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Kamp-Lintfort
Betrieb stellt drei Männer mit Handicap fest ein

Kamp-Lintfort: Betrieb stellt drei Männer mit Handicap fest ein
Stephan Patzwald, Fredy Wennrich und Mike Rosenburg tauschen sich mit ihrem Chef Patrick Klinge aus. FOTO: Klaus Dieker
Kamp-Lintfort. Drei Beschäftigte der Caritas Wohn- und Werkstätten haben in der Firma Wick Werkzeugfabrik eine feste Anstellung gefunden. Das Unternehmen kooperiert seit zwei Jahren mit den CWWN. Von Anja Katzke

Stephan Patzwald fühlt sich wohl bei Wick: "Es gefällt mir hier sehr gut. Ich bin voll zufrieden", sagt der junge Mann. Er hat wie seine Kollegen Fredy Wennrich und Mike Rosenburg in dem Kamp-Lintforter Familienunternehmen an der Robert-Bosch-Straße einen festen Arbeitsplatz außerhalb der Caritas Wohn- und Werkstätten gefunden. Sie arbeiten an den Maschinen, im Lager und in der Verpackung. "Es ist eine tolle Erfolgsgeschichte und gelebte Integration", sagt Lars Abels, der das Kompetenzzentrum für Arbeit bei den Caritas Wohn- und Werkstätten (CWWN) betreut.

Der Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt begann für die drei ehemaligen Mitarbeiter des CWWN auf einem betriebsintegrierten Arbeitsplatz in der Firma Wick Werkzeugfabrik. "Aufgabe der Werkstätten für Menschen mit Behinderung ist es, sie zu fördern, zu qualifizieren und fit für den Arbeitsmarkt zu machen", erklärt Lars Abels. Betriebsintegrierte Arbeitsplätze bieten ihnen die Möglichkeit, über eine gewisse Laufzeit in der Werkstatt eines ortsansässigen Unternehmens mitzuarbeiten, und zwar unter den Bedingungen, die auf dem Arbeitsmarkt herrschen. "Sie können im Rahmen dieses Projekts ihre Fähigkeiten und Interessen ausloten", so Abels. Stephan Patzwald, Mike Rosenburg und Fredy Wennrich machten sich in dieser Zeit gut und überzeugten Chef Patrick Klinge mit ihrem Engagement: Innerhalb von zweieinhalb Jahren stellte der Geschäftsführer der Firma Wick Werkzeugfabrik Anfang November den inzwischen dritten Mitarbeiter aus den Caritas-Werkstätten bei sich fest ein. "Es gelingt uns zwar regelmäßig, unsere Mitarbeiter in feste Beschäftigungsverhältnisse zu bringen. Es bleiben aber immer nur Einzelfälle. So wie das hier funktioniert hat, hat schon Alleinstellungscharakter", betont Lars Abels.

Die Kamp-Lintforter Firma Wick Werkzeugfabrik wurde im Jahr 1922 gegründet. In den 1970er Jahren erwarb Familie Klinge das Unternehmen an Robert-Bosch-Straße. "Wir stellen Maler-, Tapezierer-, Bau- sowie Bodenleger-Werkzeug für mehrere größere Kunden her", erläutert Patrick Klinge das Firmenprofil. Der Kontakt zu den CWWN entstand vor einigen Jahren. "Wir haben Unterstützung im Bereich der Montage- und Verpackungstätigkeit gesucht", berichtet Patrick Klinge. Beide Bereiche sollten fremd vergeben werden. So kam der Firmenchef auf die Caritas Wohn- und Werkstätten, die seither die Aufgaben für das Unternehmen übernehmen. Die Zusammenarbeit funktionierte so gut, dass 2014 die Idee entstand, CWWN-Beschäftigten in der Werkstatt der Firma auch betriebsintegrierte Arbeitsplätze anzubieten.

Lars Abels: "Wir freuen uns über die hohe Bereitschaft, die das Unternehmen mitgebracht hat. Das ist umso mehr hervorzuheben, weil es die Betriebswirtschaftlichkeit nicht aus dem Blick verlieren darf." Patrick Klinge war es vor allem wichtig, das Stammpersonal in das Vorhaben einzubinden. "Wir haben es in der Mitarbeiterschaft kommuniziert und positive Resonanz erfahren", sagt der Geschäftsführer. "Die Drei wurden sofort ins Team aufgenommen, die Kollegen machen immer zusammen Pause." Für zwei der drei neuen Wick-Mitarbeiter ist es die erste Festanstellung außerhalb der Caritas-Werkstätten überhaupt. Und es kommt für sie noch besser: Patrick Klinge möchte Stephan Patzwald, Fredy Wennrich und Mike Rosenburg jetzt unbefristete Arbeitsverträge anbieten.

Quelle: RP
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