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Kamp-Lintfort
Gast schaltet Traueranzeige für Café Madrid

Café Madrid in Kamp-Lintfort: Gast schaltet Traueranzeige
Manfred Kant schließt am Freitag sein Café Madrid am Prinzenplatz. Viele Gäste bedauern dies - einer so besonders, dass er eine Traueranzeige schaltete. FOTO: Dieker, Klaus
Kamp-Lintfort. Das Café Madrid war eine Institution in Kamp-Lintfort. Doch am Freitag hört der Betreiber auf. Ein Gast war so traurig darüber, dass er eine Traueranzeige schaltete, die nun bei Facebook für Diskussionen sorgt. 

"Unser geliebtes Café hinterließ am Prinzenplatz, bei den Anwohnern und der Nachbarschaft im tiefsten Herzen ein großes Loch." Diese Traueranzeige sorgt für Diskussion. Die einen halten sie für pietätlos, die anderen finden sie witzig. Sie gilt dem Café Madrid, dessen Betreiber aufhört. Geschaltet wurde sie von einem traurigen Gast. Das Café selbst teilte die Anzeige auf seiner Facebookseite.
 

Das Café Madrid war eine Institution. "Die meisten Gäste sind Stammkunden", sagt Café-Betreiber Manfred Kant. "Einige kommen fast jeden Tag – und das seit 7,5 Jahren." Trotzdem hört er am Freitag als Café-Betreiber auf. Denn er gibt das Café am Prinzenplatz an Angela Kersten weiter. Sie eröffnet es im Juli mit dem neuen Namen Café Prinz.

"Plötzlich und unerwartet verstarb unser geliebtes Café Madrid" heißt es in der Anzeige. Die "Beisetzung" findet am Freitag um 18 Uhr statt. FOTO: Dieker, Klaus

"Café Madrid" bleibt als Firmenname bestehen: Manfred Kant will sich ab Juli auf das spanische Catering konzentrieren. Schon heute bietet der 41-Jährige, der eine spanische Mutter und einen deutschen Vater hat, an, Paellas oder Tapas zu liefern – zum Beispiel für Betriebsfeiern oder Partys. "Die Paella bereite ich in einer großem Pfanne vor Ort frisch zu", sagt Kant. "Die Tapas stellen meine Frau Neda und ich in der Küche des Asdonkshofes her." Schließlich betreibt Neda Kant seit zwei Jahren die Kantine im Entsorgungszentrum. Das spanische Catering ergänzt Manni Kant um einen Bierwagen, von dem aus das Bier San Miguel verkauft wird. Seit Anfang Juni fährt er im Auftrag der spanischen Brauerei diesen Wagen zu Festen. So wurde die Zeit für ihn und seine Frau immer knapper, zumal im November Sohn Miguel als drittes Kind geboren wurde. "Wir wollen beruflich etwas kürzer treten, um mehr Zeit für die Familie zu haben", erzählt Neda Kant. "Deshalb geben wir das Café auf, selbst wenn es Teil unserer Familie ist und gut gelaufen ist. Wir konzentrieren uns auf Catering und Kantine."

Viele Gäste bedauern dies. "Ich bin sehr traurig, dass Manni Kant aufhört", berichtet zum Beispiel Horst Ruhnau. Der frühere stellvertretende Bürgermeister schaute fast täglich mit seiner Frau Gerda Ruhnau beim Café am Prinzenplatz vorbei. "Nur sonntags waren wir nicht da", berichtet der 70-Jährige. "Da war Ruhetag. Wir wissen noch nicht, wo wir in Zukunft hingegen werden. Sicherlich geben wir dem neuen Café eine Chance."

Die Abschiedsfeier im Café Madrid ist am Freitag, 26. Juni, ab 18 Uhr.

(got)
 
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