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Tierheim Kamp-Lintfort
Gequälte Hunde "Cookie" und "Muffin" suchen ein Zuhause

Tierheim Kamp-Lintfort: Gequälte Hunde "Cookie" und "Muffin" suchen ein Zuhause
Beate Mühlenberg mit Cookie, der Hündin mit dem braun-weißen Fell, und dem Rüden Muffin. FOTO: Christoph Reichwein
Kamp-Lintfort. Vor etwa einem Monat hatten Unbekannte zwei völlig verwahrloste Hunde ausgesetzt. Im Tierheim Kamp-Lintfort kümmern sich die Mitarbeiter seitdem um das Hundepaar. Das sucht nun ein neues Zuhause. Von Elena Erbrich

Cookie und Muffin rennen auf Beate Mühlenberg zu. Die Tierheimleiterin kniet sich zu den beiden kleinen Hunden und streichelt sie. "Sie sind gegenüber Menschen sehr aufgeschlossen, ob es jetzt Bekannte oder Fremde sind", erklärt Mühlenberg. Diese Aufgeschlossenheit überrascht, denn es waren Menschen, die die beiden Hunde völlig verwahrlosen ließen und sie dann aussetzten.

Vor etwa einem Monat fanden Passanten an der Müllverbrennungsanlage Asdonkshof eine kleine Box. In dieser befanden sich Cookie und Muffin - eingepfercht und in einem sehr schlechten Zustand. Die Finder alarmierten das Ordnungsamt, und das brachte die beiden Hunde ins Kamp-Lintforter Tierheim (die RP berichtete). "Die Besitzer haben sie einfach entsorgt. Wie Müll haben sie sie zu Müll gestellt", sagt Mühlenberg.

Das Foto entstand, nachdem die beiden Hunde gesäubert worden waren. Inzwischen sind die Tiere in einem besseren Zustand. FOTO: Tierherberge

Bei der Ankunft im Tierheim waren die Tiere apathisch, abgemagert, von Flöhen übersät und unterkühlt. "Das war ein Bild des Grauens", sagt Mühlenberg, die seit vier Jahren das Tierheim in Kamp-Lintfort leitet. "Wir konnten erst gar nicht erkennen, dass sich zwei Hunde in der Kiste befinden." Haut, Ohren, Augen und Pfoten der Hunde waren entzündet. Die Krallen waren über sieben Zentimeter lang. "Das spricht dafür, dass sie länger nicht auf hartem oder festem Boden gelaufen sind", so Mühlenberg. Die Tiere waren mit Kot- und Filzplatten bedeckt. Das Fell an den Vorder- und Hinterbeinen von Cookie, der Hündin mit dem braun-weißen Fell, war so verfilzt, dass sie nicht mehr aufrecht stehen und auch nicht mehr laufen konnte. In Absprache mit dem Tierarzt wurden beide Tiere unter Narkose geschoren. "Das Ganze hat achteinhalb Stunden gedauert", berichtet Mühlenberg. Muffin, der Rüde, musste zudem am Auge operiert werden.

Zwei Wochen lang befanden sich Cookie und Muffin in Quarantäne. "Die Pfoten waren total entzündet, sie mussten jeden Tag gebadet und eingecremt werden. Im Außenbereich liegt Sand, da durften sie natürlich nicht laufen", erklärt Mühlenberg. Als Cookie und Muffin dann endlich nach draußen durften, war das nicht nur ein Höhepunkt für sie, sondern auch für das ganze Team des Tierheims. "Sie sind gelaufen, haben sich die Blätter angeschaut. Als hätten sie zum ersten Mal die Welt entdeckt", sagt Mühlenberg. Jetzt, nach über einem Monat im Tierheim, haben sich die beiden Tiere erholt - physisch und psychisch. Sie erlernen nun ganz grundlegende Dinge. "Wir üben das Spazierengehen. Wir starten das wirklich wie mit Welpen, weil ganz klar ist, dass sie das überhaupt nicht kennen", erzählt Mühlenberg. "Sie laufen noch ganz unkoordiniert im Zick-Zack, kreuz und quer." Noch immer ist nicht klar, wer die Tiere ausgesetzt hat.

Kamp-Lintfort: Verwahrlosten Hunden geht es besser

Beate Mühlenberg vermutet, dass das Hundepaar als Zuchtpärchen angeschafft wurde, oder dass es aus einem Wurf stammt. "Bei der Rasse sind wir uns unsicher. Es könnten Cavalier King Charles Spaniel oder Amerikanische Cocker Spaniel sein", erklärt die 31-Jährige. Das Alter der Tiere konnte anhand der Zähne ermittelt werden. Cookie ist etwa ein Jahr alt und Muffin ein bis zwei Jahre. Ihre Namen haben die Mitarbeiter ausgesucht. "Ein Mitarbeiter hatte den Geistesblitz, die Hunde Cookie und Muffin zu nennen. Wir fanden, dass das passt. Zwei niedliche Namen für zwei niedliche Hunde", erzählt Mühlenberg.

In ein paar Tagen haben Cookie und Muffin alle nötigen Impfungen bekommen und sind bereit, ein neues Zuhause zu beziehen. Grundvoraussetzung ist für Mühlenberg, dass sie zusammenbleiben. "Der neue Besitzer sollte Zeit, Liebe und Geduld mitbringen und Verständnis dafür, dass sie nicht auf dem Stand eines ein- bis zweijährigen Hundes sind", sagt Mühlenberg. "Es können auch weitere Hunde da sein. Cookie und Muffin sind absolut unkompliziert. Auch Kinder sind kein Problem, nur sollten sie schon laufen können, weil Cookie und Muffin gerne mal hochspringen." Mühlenberg könne sich eine aktive Familie vorstellen, die gerne wandert. Interessenten können sich melden unter 02842 9283213.

Quelle: RP
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