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Kamp-Lintfort
Kita bringt Leben in die Marienkirche

Kamp-Lintfort: Kita bringt Leben in die Marienkirche
Die Jungen und Mädchen fühlen sich wohl in ihrer neuen Kita. Sie entstand in der Marienkirche in der Altsiedlung. Am Samstag wird sie feierlich eingeweiht. Dann wollen die Kinder auch das selbst komponierte Lied "Kita in der Kirche" singen. FOTO: K. Dieker
Kamp-Lintfort. Weihbischof Wilfried Theising wird Samstag in St. Marien erwartet. Die katholische Kirche in der Altsiedlung hat seit Februar eine neue Bestimmung: Sie ist Kita geworden. Das wird am ersten Adventswochenende gefeiert. Von Anja Katzke

Die hellen Stimmen schallen durch das ganze Gebäude mit seinen hohen Wänden. Oben im Turnraum haben sich alle Kinder eingefunden und proben das selbst komponierte Lied "Kita in der Kirche". Bis Samstag, wenn Weihbischof Wilfried Theising die Kita St. Marien besucht, soll es perfekt klingen. Wie aus der Kirche eine neue Kindertagesstätte wurde, das haben die Mädchen und Jungen in den letzten drei Jahren selbst miterlebt: Von der alten Kita gegenüber beobachteten sie jeden Tag die Bauarbeiten und die Baufortschritte.

FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

"Wir haben die Bagger und Gabelstapler gesehen und durften in Absprache mit dem Bauleiter uns die Baustelle anschauen", erzählt Leiterin Manuela Kempkes und fügt stolz hinzu: "Es ist ein tolles Haus geworden und ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man ein Gotteshaus umwidmen kann." Trotz der baulichen Veränderungen ist überall zu erkennen, dass es einmal eine Kirche war: die hohen Decken, die Bögen, die spitzwinkligen Fenster, die Barbara-Statue im Eingangsbereich. "Viele Menschen, die die Marienkirche von Gottesdienstbesuchen kennen, sind ganz begeistert und auch berührt, wenn sie unsere Kita besuchen. Viele sagen: Hier möchte man noch einmal Kind sein", freut sich Manuela Kempkes. Gerne zeigt sie Besuchern auch den Ort im Haus, wo einst der Altar stand. "Das Flair des Gotteshauses besteht weiter."

Kinder und Erzieher haben sich längst in den neuen Räumen eingerichtet. Aber es gibt immer etwas zu tun: "Bis zur vergangenen Woche hatten wir noch die Anstreicher da. Das waren die letzten Arbeiten", berichtet Manuela Kempkes und erinnert sich an den Pfingststurm im Jahr 2014, der zu den Bauverzögerungen geführt hatte. "Eigentlich sollte der Umzug schon im Oktober 2014 sein." Im Februar war es dann aber so weit. Drei Gruppenräume stehen in der Kita St. Marien zur Verfügung. Jede Gruppe hat einen eigenen Sanitärbereich und eine zweite Ebene im Raum: Für die Jüngsten ist dort eine Bewegungsecke, für die anderen Gruppen Puppen- und Spielecken. "Unser Konzept sieht vor, dass jedes Kind einer Gruppe angehört, in der es seinen Erzieher als Ansprechpartner hat." Ungewöhnlich, aber dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder geschuldet: In den Gruppenräumen gibt es keine Stühle und Tische, an denen die Mädchen und Jungen sitzen. Sie spielen auf dem Teppichboden oder an Knietischen.

Sobald die Kinder alt genug sind und sich trauen, dürfen sie in der Kita St. Marien selbst entscheiden, wie sie ihren Tag beginnen möchten: Erst frühstücken, in die Gruppen gehen oder in einem von drei Funktionsräumen spielen, die als Forscher-, Atelier- oder Burgraum eingerichtet sind. In der Kindertagesstätte der katholischen Kirchengemeinde sind 17 Mitarbeiter beschäftigt, die alle eigene Schwerpunkte haben. "Der eine kann besser Lieder einstudieren, der andere Geschichten erzählen", sagt Kempkes. Als einen Gewinn empfindet die Leiterin die Nachbarschaft zum Don-Bosco-Haus. "Wir verfolgen einen intergenerativen Ansatz, um die Kinder mit älteren Menschen in Kontakt zu bringen." Zeitspender nennt sie die Frauen, die in die Kita kommen, um den Kindern Geschichten zu erzählen. "Sie werden von den Kindern immer freudig begrüßt." Seit Sommer betreibt die Kita auch ihr Alt-Gebäude wieder mit zwei weiteren Gruppen.

Die Einweihung soll am Wochenende zusammen mit dem Barbara-Markt gefeiert werden. Die Segensfeier findet am Samstag um 11 Uhr statt. Anschließend gibt es ab 14 Uhr, am Sonntag ab 12 Uhr, offene Führungen durch das Haus. Auf dem Programm stehen Konzerte und Angebote für Kinder. Es öffnet eine Engelwerkstatt. Und Lichtexperimente gibt es auch.

Quelle: RP
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