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Kamp-Lintfort
Kita-Kinder lernen flott schwimmen

Kamp-Lintfort: Kita-Kinder lernen flott schwimmen
Eine Spende aus der Aktion "Bewegen hilft" und des Rotary Clubs ermöglicht es, dass die Vorschulkinder in allen städtischen Kitas schon frühzeitig schwimmen lernen. FOTO: creich
Kamp-Lintfort. Die Aktion "Bewegen hilft" und der Rotary Club unterstützen das Projekt "Flotte Flosse", so dass alle vier städtischen Kindergärten daran beteiligt werden können. Mehr die Hälfte der Fünfjährigen schließt es erfolgreich. Von Peter Gottschlich

Nur 30 Prozent der Kinder lernen schwimmen, bevor sie in die Grundschule kommen. 70 Prozent können sich vor ihrem sechsten Lebensjahr noch nicht dauerhaft im Wasser halten. Diese Werte ermittelte das Meinungsforschungsinstitut "forsa" 2010. "Die Zahlen liegen in Kamp-Lintfort nicht besser, aber auch nicht schlechter als im bundesweiten Trend", sagt Bettina Grenz-Klein als Mitarbeiterin des Amtes für Jugend, Kultur und Sport. "Dabei haben die Kinder mit Migrationshintergrund einen schwierigeren Zugang zum Schwimmen, wie wir aus eigenen Untersuchungen aus dem Projekt Komm-Sport wissen. Das muss man sagen können. Je älter die Kinder werden, desto schwerer haben sie es, schwimmen zu lernen."

Deshalb setzt das Projekt "Flotte Flosse" bereits in den Kindergärten an, in denen relativ viele Kinder kurz vor Schulbeginn noch nicht schwimmen können. In Kamp-Lintfort gibt es insgesamt 16 Kindertagesstätten. Von dem Projekt "Flotte Flosse" profitieren die vier städtischen Kindergärten. So bieten die Kindergärten Wirbelwind an der Vinnstraße und Tausendfüßler an der Moerser Straße /Stadthalle den Kindern, die ab Sommer auf die Grundschulen wechseln, seit 2016 an, in einem wöchentlichen Kurs schwimmen zu lernen. Dort wurden die Schwimmkurse als Pilotprojekt durchgeführt. Der Kurs kostet Eltern nur einmalig 15 Euro.

Seit diesem Monat sind die Kindergärten Löwenzahn in der ehemaligen Hauptschule am Niersenberg und Bunte Welt im Neubaugebiet Volkspark an der Franzstraße auch mit dabei, nachdem Guido Lohmann als Initiator des Projektes "Bewegen hilft" insgesamt 5000 Euro Förderung zugesagt hatte und Bernd Böing als Vorsitzender der Rotary Clubs Kamp-Lintfort/Grafschaft Moers weitere 2800 Euro.

Die Kindergärten greifen das Programm auf, das der katholische Kindergarten St. Marien an der Vinnstraße zusammen mit der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Rheinkamp entwickelt hatte und seit 2014 umsetzt. Zwischen zehn und 13 Kinder im Vorschulalter gewöhnen sich ans Wasser und lernen mit bunten, flexiblen Schwimmhilfen, sich über Wasser zu halten, um schließlich selbst zu schwimmen.

Neben den DLRG-Mitgliedern sind auch die Eltern eingebunden. "Das Betreuungsverhältnis ist eins zu drei oder eins zu vier", berichtet Klaudia Bours. Als Kamp-Lintforterin und stellvertretende Vorsitzende der DLRG-Rheinkamp entwickelte sie die Kurse für den Marienkindergarten und die städtischen Kindergärten mit, um seitdem aktiv am Beckenrand dabei zu sein.

Dazu gehen die Kinder der vier städtischen Kindergärten pro Woche für 40 Minuten ins warme Wasser im Panoramabad am Pappelsee, entweder am frühen Dienstagnachmittag und an zwei Termine am frühen Mittwochnachmittag. Sie kommen jeweils für ein Halbjahr. So können rund 70 Fünfjährige lernen, 25 Meter ohne Hilfsmittel zu schwimmen und das erste Schwimmabzeichen, das Seepferdchen, zu erreichen.

"Gut die Hälfte der Kinder erhalten die Auszeichnung", berichtet Heike Spilut als Leiterin des Kindergarten Tausendfüßler. "Der anderen Hälfte fehlen oft nur ein paar Stunden. Die Eltern holen diese Stunden meistens selbstständig mit ihren Kindern nach. Die Kinder sind stolz auf die Auszeichnung."

Quelle: RP
 
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